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Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-03-01 · 2 (März-April 1898) · p. Seite 51

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Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
2 (März-April 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 51 (sequence 19)
Language
German
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5i der hochf. Baden Durlach’sehen grossen Bibliothek zu Basel verwahrlicii aufbehalten werden; davon der eine, kostbare u. grösste, von unendlichen Zeiten herrührt; von Weyl. Kaysserl. Majestät Maximilian höchstseligen Andenkens an den grossen gelehrten Reuchlin geschenkt worden; durch diesen an das hf. Hauss Baden Durlach gekommen; vor welchen diesem Hauss ehedem bereits fl. 30000 geboten worden, der mit der äussersten genauigkeit und grössten Schönheit auf Pergament, von der Grösse eines real Bogens, geschrieben ist; und von dem viele Gelehrten behaupten wollen, dass er noch von der Maccabäer Zeiten herrühren solle. —’ Der Andere aber, wie er selbst angibt, im 13. Jahrh. aber in kleinerem format auf Pergament, doch mit eben der berühmten Genauigkeit geschrieben ist. — Sr. Hf. Dl. den regierenden Marggr. zu Baden Durlach, dem glücklichen Besitzer dieser beyden Schäze, machte er dero hofbuchhändler Macklott dieses sein Vorhaben nicht allein in Unterthänigkeit bekannt, sondern bat zugleich, ihme zu obigen Vorhaben den Gebrauch dieser beiden Codicum in Gnaden zu erlauben. Dieser grosse und gnädige Fürst haben ihme Macklott denn nicht allein dieses Gesuch gnädigst bewilligt, sondern nach seinem Willen diese berühmte unschätzbare Codices in die Hände einer würdigen, der hebräischen Sprache völlig mächtigen und zu diesem Ende zusammengetretenen Gesellschaft gelehrter Männer in Carlsruhe übergeben lassen. — Diese Gesellschaft würdiger Gelehrten wird sich mit Zuziehung eines gelehrten jüdischen Rabbiner die möglichste Mühe geben mit der äussersten Genauigkeit alle bisher durch den Druck bekannt gewordene Ausgaben der heil. Schrift in der Grundsprache mit diesen Oodicibus zusammen und gegen einander zu halten u. nach der schärfsten Critik zu beurtheilen. So wie dieses geschiehet und ein Bogen nach dem anderen durchgesehen ist, wird der Verleger, der Hofbuchhändler Macklottauch einen Bogen nach dem anderen zum Druck absezen lassen und wenn Dieses geschehen, solchen sodann der Gesellschaft der Gelehrten wieder übergeben, Mit der nehmlichen Genauigkeit wird selbige und jedes einzelne Glied derselben, ihn durchgehen, nach dieser Durchsicht und geschehenen Aenderung, der gefundenen fehler, sol sodann ein Jeder dergleichen Bogen wieder viel mahl abgedruckt und sowohli an die berühmteste christliche Universitäten als an alle jüd. Synagogen in ganz Deutschland und Europa zur Durchsicht versandt werden. Sind sie von daher zurückgekommen und die gezeichneten fehler geändert worden, wird man einen abermals vielmahligen Abdruck des Bogens machen und unter seibigen Teutsch oder Lateinisch Jeden Bogen mit dem Wort Preis Bogen bemerken, abermals versenden, solchen auf den erwehnten Universitäten und Synagogen öffentlich aushängen lassen und als dann, vor jedem sich findenden Fehler einen ducaten Spezies an den Finder bezahlen, dieses wird man solange wiederhohlen, bis jeder Bogen ganz ohne Fehler seye und seine äusserste Vollkommenheit erreicht haben wird. Dieses erst soll ihn zum Abdruck tüchtig machen, dieses ihm aber zugleich einen wahren und wahrhaftigen Vorzug vor allen bisherigen Ausgaben der heil. Schrift in der Grund oder Original Sprache verschaffen. Damit aber dieser Vorzug desto grösser sey, desto mehr in das Auge falle, wird mann auch den Abdruck selbst durch eine ganz neue, besonders dazu gegossene hebr. Schrift nach Art der dieser Nachricht beygefügten Probe so schön, so prächtig zu machen suchen, als es immer die Kunst erlauben wird. Kunst und Genauigkeit sollen mit einander verknüpft, zum Druck eine ganz neue Presse verferigt, die Farbe zur höchsten Schwärze und Schönheit gerieben, das feinste Holländische oder Englische Schreibpapier darzu genommen keine Kosten gespahret und das Werk auf einen solchen Grad der Vollkommenheit gebracht werden, dass es alles was bisher in und ausser Deutschland gedruckt worden übertreffen soll.

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