Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1898-03-01 · 2 (März-April 1898) · p. Seite 43

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
III (1898)
Issue
2 (März-April 1898)
Date
1898-03-01
Page
Seite 43 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2254995-7565889-7600080--0461-2255437
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

43, kann doch nicht füglich als etwas allemeuesten Datums angesehen werden; das ist eine Erfindung, die wohl schon seit einem halben Jahrhundert und darüber die deutsche Predigt beherrscht. Die angegebenen Texte - stehen oft mit der Predigt selbst in gar keiner Berührung; vergl. z. B. die Predigt zu 32) שבת חזון ff.). Auch die Sprache ist schmucklos, oft trivial. Nie hat sich uns die Frage, wozu man Predigten druckt, mit grösserer Macht aufgedrängt, als beim Durchblättern des vorliegenden Bändchens. —־] KAYSERLING, M., Ludwig Philippson. Eine Biographie• Mit Porträt und Facsimile. Leipzig, Mendelssohn, 1898. VII u. 344 S. M. 4,50. [Der bekannte Autor hat seinen früheren unübertroffenen Monographien über M. Mendelsohn, Meisel, die ״Jüdischen Frauen“ etc. die Biographie Philippson’s — ״der über ein halbes Jb. auf der Zinne der Zeit stand, und mit der Geschichte der Juden, ihren Kämpfen um die bürgerlichen Hechte und die staatliche Gleichstellung ebensowohl, wie mit der Ent- Wicklungsgeschichte des Judenthums so innig verknüpft ist“ — würdig angereiht. Entsprechend seiner Vielseitigkeit behandelt ihn der Autor eingehend, oft etwas überschwänglich, als Dichter, Kanzelredner, als Bibelübersetzer, als Gründer und Bedakteur der ״Allg. Z. d. J.“, als Verfechter der Interessen unterdrückter Juden, als religiösen Streiter und religionswissenschaftlichen Schriftsteller, als Anreger und Schöpfer mannigfacher konfessioneller Institutionen etc. Diese Arbeit bildet auch einen nicht unwichtigen Beitrag zur Geschichte der Juden der neueren Zeit. - Blgrd ] KINGDOM OF JUDAH: the Scripture Story from the Death of Solomon to the Captivity. By the Author of ״The "Wide, Wide World“. New ed. London, Nisbet, 1897. 266 S. S 2. LEVINSTEIN, G., Die Forderung des Sonntags-Gottesdienstes. Antwort auf das Gutachten des Rabbinats und den Beschluss der Repräsentantenversammiung. s. 1. e. a. [Berlin 1898J. 20 S. [Das Interessanteste an der Broschüre ist der Versuch einer Bauernfängerei, der unbegreiflich wäre ohne die Annahme, dass auf die Dummheit einer jeden Urteils baaren Menge gerechnet wird. Wie schön und überzeugend hört sich doch der Satz an: ״Wo ist aber ein Gesetz im traditionellen Judenthum, dass die Bekenner desselben hindert, an einem anderen Tage als Sonnabend aus berufenem Munde das Wort Gottes zu hören?“ (S. 4). Aber kurz vorher der verhängnisvolle Satz, in dem Verf. und sein Anhang wünschen, ״einen Tag in der Woche zu haben, an dem sie . . . das Gebot der Heiligung des siebenten Tages erfüllen können“ (S. 3)1 Und dieser Tag kann nicht Sonnabend sein, denn ״sollen wir am Sonnabend vom Bureau zum Gottesdienst, dann wieder in’s Bureau gehen? Das wäre keine Heiligung, sondern eine Entweihung des Ruhetages“ (S. 6) — ergo müssen wir den traditionellen Ruhetag überhaupt über Bord werfen. Diese Laienlogik hat 6000 Unter- Zeichner ködern können — kein gutes Zeugnis für die Berliner Judenheit. Uebrigens beruht die ganze Schrift auf der Voraussetzung, dass ״unsere Religion denn doch zuletzt nicht bloss ein Dienst von Formen ist“ und die Sabbathweihe in der Predigt besteht — sollen nicht am Ende in dieser Anschauung die Rabbinen eine Schlange an ihrem eigenen Busen• genährt haben? —J

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.