Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- III (1898)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1898)
- Date
- 1898-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 gekrönte Lösung der Lattes’schen Preisfrage. I. TI. Berlin, S. Calvary & Co., 1897. XLI u. 349 S. M. 12—. LEDERER, PH., שלחן ערוך, Schulchan Aruch. 1. Teil. Oraah Chajim in deutscher Uebersetzung. Frankfurt a.'M., Kauffmann, 1897. 108 S. M. 2—. [Ein deutscher Schulchan Aruch ״zum Handgebrauch für - Rabbiner!‘‘ Wir ־würden es nicht für möglich halten, wenn es nicht auf dem Titelblalt gedruckt stünde! In der Einleitung (S. 6) weist Verf. auf die grosse Anzahl von Rabbinern hin, die ״auch nicht einen hebräischen Bibel-Commentar zu lesen fähig sind“. Wir kennen die Yerhältnisse in Oesterreich nicht genau; aber so arg, wie sie Yerf. darstellt, sind sie wohl nicht.. Wenn das aber zutrifft, wenn Herren, die ״nicht einen hebräischen Bibel-Commentar zu lesen fähig sind“ und nach einem übersetzten Schulchan Aruch greifen müssen, das Amt eines Rabbiners übernehmen — dann werden diese ״Rabbiner“ auch ohne Schulchan Aruch auskommen. Eine Uebersetzung des Sch. A. bedürfte übrigens nicht einer Argumentation wie sie Yerf. giebt־. Aעein wir müssen constatieren, dass uns eine Uebersetzung gar nicht geboten wird, ja, dass nicht einmal die behandelten Materien mit dem I. Teil des Sch. A. übereinstimmen, so dass das Titelblatt eigentlich eine ״Yorspiegelung falscher Thatsachen“ enthält. Die Vorschriften über die Trauer um die Toten z. B., die nicht zum ״Orach Chajim“ gehören, nehmen S. 86—105, also den fünften Teil des ganzen Buches ein! Da sind einige Abschnitte der Mischna (Text und Uebersetzung) und dazu einige Stücke aus dem מענה לשון oder ähnlichen Schriftep abgedruckt. Ist das Schulchan Aruch? Besteht das Judentum, dessen Verfall Verf. beklagt, und das er vom Untergange retten will, in einigen Totengebeten? Wir sind anderer Ansicht. —] LIPPE, K., Babbinisch-wissenschaftliche Vorträge. Wien, Ch. Lippe, 1897. 112 S. M. 2,40. LOEWENSTEIN, L., Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland. II. Nathanael Weil, Oberlandesrabbiner in Karlsruhe, und seine Familie. Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1898. IV, 85 u. III S. M. 1—. [Die ״Beiträge zur Geschichte der Juden in Deutschland“, die Löwenstein im Jahre 1895 mit einer umfangreichen Schrift ״Geschichte der Juden in der Kurpfalz“ begann, haben in vorliegender Schrift erfreulicher Weise eine Fortsetzung erfahren. Nur hat Yerf. diesmal das rein Historische verlassen und sich der Familiengeschichte zugewandt, die schon von Kaufmann in seinen Schriften über Samson Wertheimer und Chajim Bachrach angebahnt ist. In ausführlicher und anziehender Weise wird der Lebensgang des berühmten Verfassers des קרבן נהנאל, seiner Ahnen und seiner Nachkommen behandelt. Dass hierbei auch die Geschichte mancher Rabbinate und besonders die Geschichte der Juden in Karlsruhe wertvolle Beiträge erhält־, ist ebenso anzuerkennen, wie die Zugabe der Beilagen, die manches kulturgeschichtlich wertvolle enthalten, z. B. Nr. 9. Besonders hervorheben möchten wir die in Beilage 12 gegebenen kurzen Biographien von Rabbinern, die in den Jahren 1764—1794 gestorben sind und deren Verlust von Tiah