Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für hebraeische Bibliographie · 1897-09-01 · 5 (September-Oktober 1897) · p. Seite 139

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
Volume
II (1897)
Issue
5 (September-Oktober 1897)
Date
1897-09-01
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2254995-7565887-7600078--0355-2255329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

139 die er in einer Weise behandelt, von der wir nicht wissen, ob sie exegetisch oder homiletisch sein soll. »Der Verfasser — so heisst es in der Einleitung p. VI — fühlt sich gedrängt, seinen Zeit- und namentlieh seinen Glaubens-Genossen eine klare, einfache und doch so oft verkannte Wahrheit an’s Herz zu legen. Es sollte hiermit für weitere Kreise, was für die Eingeweihten längst klar ist, nachgewiesen werden, dass bei genügender Kenntnis des biblischen Sprachschatzes und in dem vertiefteren Einlesen in den Text der heiligen Schrift, diese über weitbewegende Fragen die vortrefflichsten Aufschlüsse erteilt. . . .“ Durch seine Arbeit hat Verf. die Wertschätzung der Bibel nicht gefördert. Wir würden diesen Gedanken in schärferen Worten ausdrücken, wenn E. nicht so nachdrücklich sein Greisenalter betont hätte. Eine Aufmunterung, diesem ״späten Erstlings-Product“ ״andere gleichartige nachfolgen zu lassen“ müssen wir dem ehrwürdigen Greis versagen. —] FRANKENBERG, W., Die Datierung der Psalmen Salomos. Ein Beitrag zur jüd. Geschichte. Giessen, Ricker’sche Buchhandl., 1896. (Beihefte zur Zeitschrift für die alttest. Wissenschaft, I.) 97 S. M. 3.20. [Verf. hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch eine eingehende Analyse der ״Salomonischen Psalmen“ die Zeit ihrer Abfassung näher zu bestimmen. Der allgemeinen Annahme, dass diese Psalmen in der Zeit von 80—40 ante aus dem Kreise der Pharisäer hervorgegangen und gegen das hasmonäiseke Königshaus und die Sadducäer gerichtet sind, stellt F. die Wahrnehmung entgegen, dass an allen Stellen, wo angeblich von den Sadducäern die Bede sein soll, nur die Gottlosen im Allgemeinen, nicht die Anhänger einer bestimmten Partei gemeint sein können. Von den in den Psalmen enthaltenen Schilderungen der verschiedenen Eroberungen und Plünderungen Jerusalems ist keine, die man zwanglos auf die Einnahme durch Pompejus deuten könnte. (S. 62.) Es kommt demnach lür unsere Frage nur noch die Zeit der Syrerkämpfe in Betracht. In diesem Sinne versucht nun Verf. die Deutung der Psalmen. V. 26 ff. des 3. Psalmes lässt sich zwar dieser Ansicht entsprechend nur schwer deuten. Verf. weiss sich aber zu helfen. Er sieht ״in diesen Versen nur ein dem Dichter persönlich von Gott gezeigtes Hoflhungsbild“ (S. 11); der Psalmist erwartet, dass ״der Drache (Antiochus Epiphanes oder die syrische Weltmacht) in Aegypten zu Grunde gehen werde.“ Dass die Weissagung des Dichters sich nicht erfüllt hat, zeugt — nach Ansicht des Verf. — mit für die Richtigkeit dieser Deutung und beweist, wie sehr der Psalm unmittelbar aus den geschilderten Ereignissen heraus verfasst worden ist (S. 12). Man wird zugeben, * dass diese Deutung nicht gerade ״zwanglos“ ist. Jedenfalls sind dienegativen Resultate der Untersuchung viel einleuchtender als die positiven. Dem Verf. bleibt das Verdienst, die Notwendigkeit einer neuen Behandlung dieser Frage nachgewiesen zu haben. — Die zum Schlüsse gegebene Uebersetzung der Psalmen ins Hebräische hätte sich Verf. sparen können. Wäre der griechische Uebersetzer bei seiner Arbeit so vorgegangen, wie Verf. bei der Retroversion: die griechische Ueber- Setzung wäre ein Buch mit mehr denn sieben Siegeln. Was uns geboten wird, ist kein Hebräisch; es ist eine Aneinanderreihung hebräischer Worte — mit besonderer Rücksicht auf den Wortschatz der hebr. * Psalmen — die oft nur schwer einen Sinn geben, oft auch ganz unverständlich sind.]

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.