Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 178 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Eine hebr. Synonymik aus dem Anfang des achtzehnten Jahrhunderts. Von Dr. £. Landau. Bei der Seltenheit rein sprachlicher, lexicographischer Arbeiten im Beginn der neueren Zeit dürfte die Mitteilung interessieren, dass aus dem ersten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Werk (Manuscript) sich in meinem Besitze befindet, das nicht nur eine vollständige Synonymik und Homonymik, sondern auch eine förmliche Nomenklatur der alt- und neuhebr. Sprache bietet. Verfasser desselben ist Aron Cbaim Volterra,!Rabbiner in Venedig, von dem auch das Gebet בקשה חדשה stammt, dessen 700 Wörter sämtlich mit anlauten1). Das Werk, ein starker Gross-Oktavband, enthält 334 Seiten zu je 60 Zeilen in enger ital.-jüdischer Kurrentschrift, mit vielen Zusätzen. Das Manuscript ist original und Unicum; es war bis in die allerneueste Zeit unbekannt: selbst G. I. Polak, der in seiner Vorrede zu der 1865 in Amsterdam gedruckten hebr. Synonymik von Abraham Bedarschi auf Seite 5—7 alle einschlägigen Arbeiten, sogar die in Zeitschriften zerstreuten, anführt, weiss von unserem Verfasser und seinem Werke nichts. Erst 1891 nahm Moi'se Schwab auf meine Veranlassung in einem Artikel der Revue des etudes juives (S. 158, No 11) über die hebr. Manuscripte der Stadtbibliothek zu Zürich Notiz davon, und M. Steinschneider machte mich kürzlich persönlich darauf aufmerksam, dass Volterra im Vorwort zu בקשה חדשה auch sein erstes Werk, die Synonymik, anführt, nach der Steinschneider bisher vergeblich geforscht hatte. Da in meinem Manuscript das erste Blatt fehlt, erfuhr ich erst auf diesem Wege den genauen Titel desselben: שיתופי מלין לשון הקרש. — Vergl. Stein-׳ Schneiders im Erscheinen begriffenen Katalog der hebr. Werke und Mscr. der Kgl. Bibi, zu Berlin, Band '2, N. 191. Einige für den Verfasser charakteristische Stellen gebe ich hier wieder: אחר גמור את המלאכה עד תומה, הקרה ה׳ לפני, ספר אהל מועד ויבהלוני רעיוני, בראותי בפתח דבריו, כי כחי וראשית אוני בכלל מאמריו . . . ומי שקדמני בזמן, לו השם והתפארת מזומן . . . אף סעיפי ישיבוני ... הפוך בו והפוך מ, דכולא אין בו ... וראיתי כי לא לבד הניח לי מקום להתנדר 1)In der Vorrede zu meinem Manuscript giebt Volterra die Zahl ausdrücklich auf ungefähr 700 an; demnach befinden sich Ghirondi in תולדות גדולי ישראל, S. 1, Spalte 1, und Benjacob in seinem אוצר הספרים, S. 38, No. 726, die beide 1000 Wörter angeben, im Irrtum.