Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 6 (November-Dezember 1896)
- Date
- 1896-11-01
- Page
- Seite 169 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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169 aus, den die Religion an das Gemüt und den Intellekt stellt. Erst die Jahre des eigenen Urteils und des eigenen Willens, die auf jenes Lebensalter folgen, bieten zu einer ״vollkommenen“ Rüstung die Seelenbasis. Nimmt aber ״das beginnende Berufsleben“ in diesen Jahren beide Geschlechter bereits in Anspruch, so kann eben als das Ziel des Religionsunterrichtes nur genannt werden eine möglichst genügende Ausrüstung für die ״Fährnisse des Lebens“, und er wird darum noch auf Anregungen zur Stillung der Zweifel, die die nächsten Jahre erzeugen werden, bedacht sein müssen. Des Yf. Ansicht, biblische Dar- Stellungen, die der Lehrer für ungeschichtlich hält, ungeachtet seiner entgegenstehenden Ueberzeugung, aus äusseren Gründen, sei es des bisherigen praktischen Erfolges halber (S. 27), sei es aus didaktischen Gründen (S. 65), in der überlieferten Form den Zöglingen darzubieten, widerspricht der wichtigsten pädagogischen Forderung an den Religionslehrer, wahrhaftig und überzeugungstreu dem Schüler gegenüberzutreten, die Vf. S. 103 mit Recht selbst betont. Auch wird durch die vom Vf. geforderte Aufklärung in vorgeschrittenem Alter der harmonische Fortgang in der religiösen Ausbildung zerklüftet und das Glaubensbewusst־ sein durch den eigenen Schöpfer in seinen Fugen erschüttert. Das ״stolze Bewusstsein“ von der Vergangenheit, das Vf. mit Recht bei der Answabl des Lehrstoffes in der jüdischen Geschichte berücksichtigt wissen will (S. 35), fordert aber auch, dass der Geschichtsunterricht nicht nur in der Hauptsache als ein Beitrag zum Verständnisse und zur Befestigung des Glaubens zugelassen werden, sondern auch wegen der Aufklärung über die Vergangenheit eine selbstständige Stellung innerhalb des Rahmens des Religionsuntersichtes erhält. Hierzu berechtigt au ser dem äusseren Momente, dass abseits vom Religionsunterrichte sich keine Gelegenheit zur geschichtlichen Belehrung bietet, auch die Thatsache, dass jede Gemeinschaft sich immer nur auf dem Boden ihrer Vergangenheit fortentwickeln kann, mithin auch die Religion als solche am ausgedehnten Geschichtsunterrichte ein eigenes Interesse hat. Vf. hat sein Ziel, Orthodoxen und Freisinnigen zu nützen, insofern erreicht, als auch erstere insbesondere den Ausführungen über die Methodik manches wertvolle Hilfsmaterial entnehmen können. Im Anhänge werden der Berliner und Breslauer Normallehrplan sowie ein Normallehrplan für die jüdische Religionsschule mit einer Lehrkraft gegeben. — Mk.] MEMAIN, Notice sur le calendrier pascal des juifs et des chretiens depuis Moise jusqu’ä nos jours, pour servier ä runification du calendrier chretien. Paris, libr.de la meine maison, 1896. Fr. 2.— PABDINILLA, M., De la literatura biblica. Madrid, G. del Amo, 1896. 305 S. 4°. Pes. 5,50. PARKER, *J., The Peoples Bible. Discourses upon Holy Scripture. New ed. Vol. 6—10. London, Hazell, 1896. Jeder Band 6 S. PERLES, J., Predigten. Aus dem Nachlass herausgegeben von Dr. Felix Perles. München, Ackermann, 1896. 2 BL u. 202 S. M. 3.60. [Perles genoss als Gelehrter eines guten und wohlverdienten Rufes. Als Prediger lernen wir ihn in dem vorligenden Bändchen kennen. Hier erfahren wir es, dass er auch als Kanzelredner so hoch stand,