Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Journal
- Zeitschrift für hebraeische Bibliographie
- Volume
- I (1896/97)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1896)
- Date
- 1896-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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fand, zu schliessen, dass dieses Buch auch, wie Pirke Aboth, zur Lectüre diente (S. 8), scheint uns gewagt Ein altes Machsor hat alles mögliche enthalten, Nötiges und Unnötiges, Brauchbares und Unbrauchbares. Ebenso ist die Behauptung, in den ersten Jahrhunderten nach Abschluss des Talmud sei auf dem Gebiete der ־־> Spruchliteratur nichts Neues geleistet worden (S.4), nicht einwandsfrei. Es hat sich allerdings fast nichts vollständig erhalten, aber Spuren von einem ספר החכמה des El’asar b. ’Irai (vergl. Harkavy, Stud. u. Mitteilungen V. p ר״ג) u. A.] KULISCHER, Raswod i polozenie zenscini. Die Ehescheidung und die Stellung der Frau (russisch). St. Petersburg, 1896. [Ein Cap. ist den Vorschriften über Ehescheidung in Bibel und Talmud gewidmet. Ausserdem bespricht Verf. die englischen, österreichischen, sächsischen, polnischen etc. Gesetze, die jüd. Ehe betreffend. L.]__ LANDAU, E., Die gegensinnigen Wörter im Alt- und Neuhebräischen sprachvergleichend dargestellr. Berlin, Calvary u. Co., 1896. 3 Bl. u. 236 S. M. 7.- [Der Erforschung der Synonyma im Hebräischen ist eine ziemlich umfassende Literatur gewidmet (vergl. die Zusammenstellung Mühlau’s in ZDMG. XVII S. 316 und die Bemerkungen Steinschneiders das. XVIII S. 600; seitdem ist noch Manches erschienen); auch die Homonyma haben die Aufmerksamkeit der Sprachforscher auf sich gelenkt, und nur die ״gegensinnigen Wörter“ haben das Unglück gehabt, kaum mehr als gelegentlich beachtet zu werden. Ja, von verschiedenen Seiten ist sogar die Existenz der Antiphrasis in Abrede gestellt worden. L. hat das Verdienst zum ersten Male den Versuch gewagt zu haben, diese lexicalische Lücke auszufüllen, und er darf wohl auf den Dank der Gelehrten rechnen, wenn auch seine Arbeit manche Mängel aufweist, die sich bei einem ersten Versuch nicht vermeiden lassen. Ist esja C. Abel selbst, dessen Schrift ״Ueber den Gegensinn der Urworte“ L. die erste Anregung zu seinen Unter- Buchungen gab, nicht besser ergangen. L. hat den bis jetzt vorhandenen Stoff ״gesammelt, gesichtet und geordnet“, doch war er im Sammeln zu fleissig, im Sichten nicht vorsichtig genug und im Ordnen auf klare Uebersieht nicht bedacht — ein Mangel, der durch das vorzügliche Register zum Teil allerdings beseitigt wurde. Verf. hat in die Arbeit ein Stück Mittelalter hineingetragen, indem er den Stoff in ״zehn Kategorien“ unterbringen wollte. Dies ist ihm aber nicht gelungen und es mussten ein XL und XII. Kapitel hinzukommmen. Den Begriff des Gegensinnes hat L. zu weit gefasst. Zunächst hätte die Euphemie ausgeschlossen werden sollen; sie gehört nicht in das Gebiet des Gegensinnes, da hier das Wort seine eigentliche Bedeutung beibehält; wir denken uns dabei das Gegenteil des Gesagten. Ebensowenig gehört die ״Kategorie der Wurzel- Verschiedenheit, bei Lautgleichheit“ (I. Kat.) hierher. Was thut es, dass חרש im Hebr. bald ״einschneiden“, bald ״schweigen“, bald wieder ״rauh sein“ bedeutet, wenn hier drei verschiedene Wurzeln zu Grunde liegen, von welchen die erste dem arab. die zweite dem arab. die dritte endlich dem arab. entspricht? Wo ist hier der Gegensinn? Unter den Faktoren, die ״zur Entstehung der Enantiosemie, d. h. zur Verwendung einer