Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M. · 1926-03-01 · 2 (1.3.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen des Jüdischen Turn- und Sportvereins Bar-Kochba e.V. Frankfurt a.M.
Volume
1926
Issue
2 (1.3.1926)
Date
1926-03-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2254914-8835245-8835247--28-2254935
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sorgt für Inserate! Antisemitismus einen Hebel vorzuschieben. Welche Ironie des Schicksals, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten! Aber das soll für uns kein Grand sein, eine Kampfstellung einzunehmen, vorausgesetzt, dass der Gang der Entwicklung so bleibt, wie einer derartig jüdischen Bestrebung vorgezeichnet. Noch hat man nicht klar geredel. Die enzeinen Ortsgruppen des R. J. F. geben von Zeit zu Zeit Tätigkeitsberichte und die gleichen Führer, die erst seit kurzem „umorientiert*' wurden, versuchen sich jefct krampfhaft in die neue Situation hineinzuwinden. Alle möglichen Gründe werden hervorgesucht, um sich zu entschuldigen, dass man abrückt von paritätischen Vereinen. Doch darauf wollen wir nicht näher eingehen. Der Mensch gibt halt nicht gerne offen zu, dass er falsch [ Warenhaus Wronker ■ ■ ■ S Frankfurt am Main £ * ®«>® Z ■ Günstige Bezugsquelle aller Artikel ■ ■ für Mode, Luxus- und Hausbedarf. ■ gehandelt, selbst wenn er davon überzeugt ist. Nur eine schöne „Einstellung" wollen wir nicht unerwähnt lassen. So las man kürzlich im „Schild" dass in der Orisgruppe . . . eine Turnabteilung ins Leben gerufen worden ist, die sich zur Aufgabe gemacht hat, für die Ertüchtigung derjenigen jüdischen Mitbürger zu sorgen, die sich aus Gründen ihrer körperlichen Schwäche scheuen, in paritätische Vereine zu gehen. Das wäre noch nicht so schlimm, aber zur Entschuldigung fügt man bei: Hat man junge Juden soweit technisch vorangebildet, hat man aus ihnen Turner gemacht, dann werden sie in die paritätischen Vereine abgeschoben, sie sind kein „Schandfleck" mehr, denn sie wirken bahnbrechend für das gute jüdische Ansehen. Was sagen die wirklichen Führer der neuen Bewegung im R. J. F. zu derartigen Tätigkeitsberichten? Glauben Sie sich durch solche Arbeit eine Basis schaffen zu können? Zuweilen konnte man auch schöne Ansätze im „Schild" konstatieren, aber wie die Katze um den heissen Brei wird noch durchweg gegangen. Haben Sie den Mut offen zu erklären, wohin der Weg gehen soll? In die entscheidende Kurve sind sie eingetreten, jetzt heisst es den Kreislauf zu Ende gehen. Sie haben es doch leicht, denn Pinoniere sind wir gewesen und wir haben in schmerzensreichen Kämpfen erfahren müssen, dass nicht die Technik des jüdischen Turners, sondern einzig und allein die Idee der jüdischen Wiedererstattung die Triebkraft unserer Turn- und Sportbewegung sein kann. Die uns anvertrauten jungen Menschen müssen zu Juden erzogen werden; wir haben sie zu kräftigen und zu stärken, dass sie Anteil nehmen können an den gewaltigen Aufgaben, die dem jüdischen Volke gestellt werden. Wir haben in ihnen das Bewußtsein wachzurufen und zu pflegen, dass sie Glieder des grossen Volkskörpers sind und ihr Tun und Lassen jüdisch bestimmt sein muss. Gelingt uns das, so werden sie erst aufgehen in der Organisation, die ihnen diese Liebe gelehrt hat, sie werden arbeitende, tatkräftige Mitglieder werden. Sie allein begreifen, dass das Wohl und Wehe des Vereins das ihre ist. Wer zweifelt jetzt noch, dass die Technik solcher Menschen leiden könnte, wer wagt es zu behaupten, dass Mitglieder, die diese Grundsätze unseres Sportes nicht erfasst haben, bessere Turner sein könnten, weil ihnen der Kopf frei sei? Nein, das Bewusstsein ein Glied der Gesamtheit zu sein, iässr sie ihre Kraft verdoppeln, ihren Eifer vervielfältigen. Für sie ist die blau weisse Farbe, für deren Sieg sie sich stets einsetzen, nicht eine Phase, sondern sie ist das Panier, das ihren Vätern vorangetragen wurde, das 2 Jahrtausende "Niedergang auf Niedergang erlebte und das jetzt wieder von uns, von Jung-Juda aufgerichtet werden muß auf den öden und verdorrten Feldern Erez Israels Paul Katzenstein. Die Obmännerfagung Die Obmännertagung des deutschen Kreises fand am 21. Februar in Magdeburg statt. Anwesend waren außer dem Präsidium, das durch Dr. H. Kuhn, Frit? Simon und Hans Simon vertreten war, die Delegierten der Vereine von Berlin, Chemnitz, Frankfurt, Halle, Hamburg, Hannover, Köln. Leipzig, Magdeburg, Nürnberg und außerdem Braunschweig/dass noch nicht im Deutschen Kreis aufgenommen ist. Dr. Kuhn gab einen Bericht über die Arbeit des Präsidiums im vergangenen Jahr und die Aufgaben für das Kommende. Wesentliche Punkte: Die Kasse ist in Ordnung gebracht, monatliche Eingänge Mk. 200.; die Zeitung wird regelmäßig wieder erscheinen und Seifen und Parfümerien nur in der | Drogerie Schneemann, Zeil 39 | kostenlos versandt werden, die erste Nummer bereits Anfang März. Ein großer Teil der Zeitung soll der Aussprache, speziell über die Jugendarbeit dienen. Anßerdem sprach Dr. Kuhn noch über das Verhältnis des Makkabi zu der Z.. V. f. O., zum Weltverband und über die Stellung zu den neutralen Turnvereinen, speziell dem „Vintes". Auf den Kreisbericht folgte die Generaldiskussion; Interessant war hier vor Allem die Erklärung von Nürnberg, indem es Jede Zionistische Arbeit vorläufig aus inneren Gründen ablehnen müsse und ein entsprechendes Entgegenkommen vom Kreis verlange, damit es im deutschen Kreis bleiben könne. Diese Erklärung rief Zahlt Cure Beiträge pünktlich! Postfeheckkonto 57033

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.