Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band VII. 1864
- Issue
- No. 39 Mai-Juni
- Date
- 1864-05-01
- Page
- [Seite 65] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2249537-7176849-7176857--1016-2250519- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
61 577] 8. Miseellen. Benjamin II. (Josef Israel), starb zu London am 4. Mai, noch nicht 40 Jahre alt, wenn die Angabe richtig ist, dass er im Januar 1845, am Beginn seiner Reisen, 20 Jahr alt war (Jew. Chr. N. 490).. Für seine beabsichtigle neue Reise nach dem Orient hatte er sich zuletzt an den Board of Deputies gewendet, ohne eine materielle Unterstützung zu erhalten, indessen bildete sich ein Privatcomite zu diesem Zwecke. — Sein Namen flgurirt hauptsächlich auf Schriften in verschiedenen Sprachen, welche die angeblichen Erfahrungen auf seinen Reisen enthalten (Ygl. oben N. 415, 525). Der Tod des Mannes kann unser Urtheil über seine Publicationen nicht ändern; ihr Inhalt hat durchaus keinen wissenschaftlichen, kritischen Werth, da ihm selbst jede wissenschaftliche und schriftstellerische Befähigung abging, und alle seine Bücher Y0n Andern gearbeitet sind. Das Aufsuchen der s* g. 10 Stämme Israels ist, wenigstens seit Rapoporfs Abhandlung, als Chimäre erkannt. Zur Erforschung des Zustandes und der Geschichte der Juden im Orient bedarf es mindestens derjenigen philologischen und historischen Gelehrsamkeit, welche auf andern Gebieten den wissenschaftlichen Reisenden von dem Touristen unterscheidet; von dieser Seite aus betrachtet, bleibt Benjamin ein trauriges testimonium paupertatis für den Stand jüdischer Wissenschaft. Ein Urtheil über die Intentionen des Mannes steht uns nicht zu, .wir haben ihn nie persönlich kennen gelernt, und wollen gern annehmen, dass seine Energie in einem vermeintlichen Berufe wurzelte. Jedenfalls wird die seinen Unternehmungen zugedachte Unterstützung viel angemessener der mittellos hinterbiiebenen Familie zuzuwenden sein. [575] Breslau. (M. H., oder Mordechai b. Chajjim), geb. in Hamburg, st. .zu London im Mai 1864 (Todestag fehlt in Jew. Chr. N. 492). Er gehört zu den ältesten Repräsentanten der jüdischen Schriftstellerei Englands, die sich noch imtner vorzugsweise aus Deutschen recrulirt (vgl. Jg. VI, n. 262). Er war Mitarbeiter an den Journalen seit dem Erscheinen der Hebrew Review (her. v. Raphall), übersetzte u.A. die Treasures of Oxford (1850) und veröffentlichte zuletzt Grammatik und Lexicon der hebr. Sprache. Unter seinen journalistiscben Artikeln (Chiffre M. H. B.) sind viele, namentlich polemische gegen Missionswesen u. dgl., mit vieler Gewandtheit geschrieben. [576] Lehrstuhl für neuhebr. Literatur. Das neue russische Universitätsregiement zählt in §17 die 9 Fächer der orientalischen Facultät, für welche 9 Katheder mit Professoren, 8 Docenten und 4 Lectoren anzustellen sind; darunter n. 6: ,, Hebräisch, Syrisch und Chaldäisch: a) Hebr. syr. u. chald. Sprache, b) Geschichte der hebräisch-rabbinischen und syrischen Literatur“ (DM. Zeitschr. XVlll, 308). — Unsers Wissens figurirt hier zum ersten Mal die neuhebräische Literatur als ordentlicher Lehrgegeustand einer Universität und wird planmassig vertreten, während sie fast an keiner deutschen Universität gelehrt wird; ja in Königsberg soll der Senat die Habilitirung eines Privatdocenten für dieses Fach zurückgewiesen t!aben, welches in Prag yon zwei Professoren gelegentlich gelehrt wird. [577] LJppuunu (Gabr. Hirsch, Dr.), Districts-Rabbiner in Kissingen, starb