Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band VI. 1863
- Issue
- No. 31 Januar-Februar
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Levita’s Historie vom Ritter בבא. Von J. Zeduer. Unsern Urgrossmüttern war, als der in der Ueberschrift genannte höchst interessante und abenteuerliche Roman in ihrem Lesekreise zirkulirte, der Held als Ritter Bovo bekannt, ein Name, der den Bibliographen, von Wolf an, unritterlich Vorkommen mochte und in Baba umgeändert wurde, in welcher Gestalt er auch bei Levita’s Lebensbeschreiber (Buber, S. 11) und bei Hagen (Philol. u. hist. Abh. d. Kön. Akad. d. Wiss. 1854 S. 8) erscheint. Die Ungewissheit darüber, ob dieser Name, wie das türkische Wort für Vater, d. h. mit betonter Penultima, oder wie eine, kleinen Kindern geläufige Interjeclion, auszusprechen sei, machte es rathsam, Quellenforschung anzuslellen. Levila’s Bemerkung: ״Mein Welsch buch zu teutsch zu bringen“ (Strophe 2), wies auf den italienischen Romanzenkreis hin, und mit Hülfe Melzis (ßibliogr. dei romanzi, Milano 1838) konnte es nicht schwer fallen, auf die rechte Spur zu kommen. Es werden daselbst 30 Ausgaben der in Ottave rime verfassten Romanze ״Buovo d’Antona“ aufgezählt, die erste Bo- Iogna 1480 ר(ג darauf noch fünf vor 1507, dem Jahre, in welchem Levita seine Ueberselzung ausarbeilete. Es existirten aber ausserdem auch von ״Reali di Franza“, der ursprünglichen prosaischen Quelle jenes Gedichtes, damals bereits drei Ausgaben (1491, 96, 99), und somit war das Werk bekannt genug, um Levita’s Wahl einer Unlerhältungslektüre für seine Landsmänninnen zu rechtfertigen. Das Italienische, wenn auch nicht seine Mutterspräche, musste ihm nach dem langen Anfenthalte im Lande vollkommen geläufig sein, so dass er es gern einmischtc: ״Es sein etliche welsche Wörter drinu (Vorrede) 2) Die oberflächlichste Vergleichung der italienischen Romanze mit Levita’s Historie lässt keinen Zweifel über die Identität des Stoffes; um aber den Ursprung des Namens Bovo weiter aufwärts zu verfolgen, werden wir von dem Ortsnamen Antona geleitet, der nicht aus Ancona (Vermulhung in Bodl. Cat. p.935) entstanden, auch wohl nicht Antonia., trotz des ehrwürdigen Gewährsmannes, des florentinischen Chronisten Villani3 4), sondern Hampton*), gegenwärtig Southampton, deutlich so bezeichnet in dem oben angeführten Reali da Franza, üb. III cap. 17: ״Boveito (Grossvaler unseres Helden) postosi nella ciltä dAntona, sul mare che viene verso la Normandia, ove e il piü bei porto che abbia l’isola d’Jnghilterra“. Gewiss ist das hohe Alter des englischen Romans ,,Sir ßevis of Hampton“, von welchem Bowndes (The bibüographers manual vol. 1) mehrere undatirte Ausgaben so wie die noch vorhandene handschriftliche Quelle nachweist, während die bei Grässe 2) Auch bei Ebert. ג) Das bald darauf vorkommende unerklärte טן^פך־ץ Ist verdruckt für סולפה , Solfaי die Scala, das musicalische System. *) Angeführt bei F. W. V. Schmidt, Ueb. die italiänischen Heldengedichte p.79: ״La cittä di Volterra prima fu chiamata Antonia . . . quindi fu il buono Buovo d’Antonia.“ 4) Die Italienisirung erinnert an eine ähnliche: Ardonno aus הורודנא (Bodl. Catal. p.787).