Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band V. 1862
- Issue
- No. 29 September-October
- Date
- 1862-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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arab. Quellen. 8. Berlin, Asher et Co, Co mm. 1862. (XVjVHI, 114, IV, 40, 98 S., lf Th ) [785] [Der ״Vorbericht1‘ giebt die Geschichte und Characteristik der im J, 1774 gestifteten Anstalt, die ich hier theilweise ergänze• Der ursprüngliche Zweck: Förderung des Talmudstüdiums, wurde, nachdem die Familie des Stifters dem Judenthum; vollständig entfremdet worden, so weit aufgefasst,, dass mit Bewilligung der Regierung die Stiftungsgelder eine Zeit lang zu Stipendien für christliche Theologen verwendet wurden. Aus dem Subsidiarfond' des Sohnes sollten die Schüler der Anstalt ander־ weitige Bildung erhalten, und derselbe wurde eine Zeitlang für. Gegenstände des gewohnlichen Elementarunterrichts verwendet. Gegenwärtig ist die Anstalt der Wissenschaft des Judenthums ohne Rücksicht auf practische Tendenzen gewidmet, u. daher noch freier, als es eine mit der Universität verbundene jüdische Facultät wäre; sie wird von Studenten aller Confessionen und Richtungen besucht, und gewährt die Vortheile des Unterrichts, so wie einer im Fortschritt begriffenen Bibliothek *) gratis und ohne irgend welche Bedingung: Meines Wissens -ist die Anstalt die erste und einzige ihrer Art, und glaube ich, diese wenigen Worte ihr gönnen zu dürfen. Zu den Schriften übergehend, beginne ich mit einigen nachträglichen Bemerkungen meines. Collegen Lebrecht selbst zu seiner Abhand]., indem ich jedoch daraus eine Mittheilung über eine HS. weglasse, weil ich die weitern Beiträge zur Kunde der HSS. des Talmud unter dieser Rubrik besonders zusammenzustellen beabsichtige; es liegt mir zu diesem Zwecke die HS. Quatremer.e aus München (Ztschr. d. d. m. Gesellsch. XIH, 223) vor. Nachrichten über die HSS..der ehern. Mägliabfcchiärta hat mir Hr. Prof. Lasinio in Florenz freundlichst zugesendet und noch Näheres versprochen, wie auch Hr. v. ßiema über eine Alfasi-HS. der Lehren’schen Sammlung. — Lebrecht’s Bemerkungen sind folgende: Zu Seite 5. § 4. Der Grund, die mündliche Lehre nicht niederzuschreiben, um sie der Kenntnissnalime der Heiden zu entziehen, ist noch mehr ausgeführt, in פרקי דר' אליעזר, angeführt in der Vorrede zu £ספר מצוח ן;ךן von M°?es aus Coucy, wo aber die Erwähnung der zwei spätem Religionen eingeschoben ist.1 In roher Auffassung könnte man es für engherzig, ja, für fanatisch halten, dass man den Heiden die jüdische Weisheit missgönnt und vorenthält, während Spötter boshaft sagen könnten, man habe ein dunkles Bewusstsein mancher schwachen Seiten der Lehre, in Folge dessen die Klugheit geböte, sie dem bösen Blicke der Ungläubigen zu entziehen. Allein in den angeführten Stellen heisst es: die Heiden würden die mündliche Lehre verfälschen, wie sie das A. T. verfälscht haben, was im weitern Sinne auch dahin gedeutet werdeu mag, dass sie die Worte falsch auffassen, unkundig der specifischen Verhältnisse des israelitischen Volkes den Zusammenhang der Ursache und Wirkung Verkennen und dann die Lehre höhnen. Erfahrungen aus späterer Und neuester Zeit rechtfertigen gar wohl diese Besorgnis^. — Zu S. 6§ 4. Die 600 oder 700 סדרי משנה im■ Tr. Chagiga 14 Sind nach dem Zusammenhänge allerdings, eher auf so viel Autoren der Mischna, als auf so viele Ordnungen der Letztem zu beziehen; allein der Gedanke, dass .der Stoff der Mischna. viel grösser war^ als der uns. überkommene, ruht auf richtigen Schlüssen. Unsre gesammelte Mischna ist nur ein Bruchtheil dessen, was mehr als 100 genannte und viele ungenannte חנאיס iu einem halben Jahrtausend gelehrt haben. Schön die ersten 5 Worte unsrer Mischna-zeigen, dass wir .vor einem Fragmente stehen, und dem heiligen FleisSe so vieler jüdischen Lehrer sollte nicht ein umfangreicherer Nachlass zu verdanken sein, als der, welchen wir in den 6 Ordnungen, Tosefta u. s. w. besitzen? Oder sollte Hillel* der ״Wiederhersteiler der Thora“ in 120 Lebensjahren mit 5 Mischpah’s ,seine wissenschaftliche Thätigkeit erschöpft haben? Unmöglich! Es ist demnach die Annahme, dass die Mischna früher hundert Mal so viel Material umfasst habe, als jetzt (denn so muss es doch gemeint sejn, nicht bloss 600 Abtbeilungen von beliebiger Grösse) nicht nur keine Uebertreibung, sondern nur eine bescheidene Zahl,‘ und zwar, wie so häufig, eine runde, die vielleicht mit den חרי׳ג מצןח'zusammenhängt, weshalb auch das י) Geschenke für dieselbe beliebe man an den Häuptlehrer Dr* Lebrecht (Rosmarienstr. 4) zu adressiren.