Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band V. 1862
- Issue
- No. 27 Mai-Juni
- Date
- 1862-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Mohel 1× ep/1006163
OCR text
79 die ganze Woche hindurch, sechs Tage ununterbrochen, und erst mit dem Eintritte des Sabbaths nahm er Speise zu sich und soll sie da sehr reichlich genossen haben. Traf ein Fest, Neumond oder eines der untergordneten Halbfeste in die Mitte der Woche, so wurde natürlich das Fasten an diesem Tage ausgesetzt, und ebenso an dem Tage, wo er als Mohel dem Beschneidungsmahle beiwohnte. Dadurch wurde allerdings die Zahl der Wochen, an denen er das Fasten ununterbrochen ausführte, auf eine geringe reducirt; aber doch kamen sie vor, und er hielt an diese Lebensweise bis zu seinem Ende fest. Er soll, wenn die Woche durch kein Festmahl unterbrochen wurde, die letzten Tage so matt gewesen sein, dass er sie meistens liegend zübringen musste, er ward aber doch ein hoher Sechziger. Charakteristisch ist folgende Begebenheit. Sein Bruder starb kinderlos und hinferliess eine Wittwe. Da stellte Lob das Ansuchen au meinen Grossvater, er möge ihm gestatten, an seiner Schwägerin das Gebot der Leviratsehe zu vollziehen, er wolle dann mit ihr gern einen jeden ehelichen Umgang meiden! Es zeugt von der Nüchternheit der Ffter. Gemeinde, dass Lob Emmerich weder bei seinem Leben noch nach seinem Tode in irgend einem Heiligen-Geruche stand. Freilich mag er denselben anderweitig auch selbst vertrieben haben. Er war Antiquar, und da wollte man gar oft an entlehnten Büchern Verstümmelungen zur Completirung der eigenen und Aehnliches bemerkt haben. Die Zeit ist wie spurlos verschwunden, bloss traumhafte Erinnerungen tauchen von ihr auf, und da schien es mir nicht unangemessen, doch solche Einzelnheiten, die den Entwickelungsgang beleuchten, nicht der Vergessenheit anheimfallen zu lassen. Breslau, den 7• Mai 1862. Der Berliner Pentateuch vom Jahre 1705. Die Asher’sche Buchhandlung hat neulich einen solchen Pergamentdruck aus Privathänden gekauft, die k. k. Bibliothek zu Wien soll angeblich einen solchen, minder gut erhaltenen, für 100 Dukaten erworben hoben, die Bodleiana besitzt einen aus der Oppenh. Sammlung (33 fol.). Ich benutze diese Gelegenheit, um die Angaben meines Catal. p. 119 u. Add. p. LXX1V, welche zunächst aus den Prachtabzügen 52, 53Q. entnommen sind, theilweise zu ergänzen und zu berichtigen. Es stellt sich nämlich aus der Vergleichung der gewöhnlichen *) und der für Oppenheimer abgezogenen besondern Exemplare — zu denen vielleicht ursprünglich auch manche nicht in der eigentlichen Bibliothek aufgenommene und daher privatim verstreute, gehörten — mit Sicherheit heraus, dass jedenfalls vom 2. Theil wiederholte Abzüge mit einigen äusserlichen Abweichungen stattgefunden. Das ganze Werk zerfällt in II Theile und folgende Bestandteile: 1. Der eigentliche Pentateuch zum ersten Male mit Comm. des Samuel b. Meir (nach der HS. Oppenheimer’s) Th. I bis incl. Levit., Haupttit. חמשה חומשי חורה mit Jahrz. כל המעשה: die im Catal. angegebene וזאת התורה אשר שת משה לפני בני habe ich noch in keinem andern Exempl. gefunden. — Auf 8 unpag. Bl. folgt der Tit. י,ס' הרשבס worauf der Adler mit Schleife in welcher תורת יי תמימה וגו׳ mit gleichartigen Buchst., also ohne Jahreszahl. Auf d. Bücken dieses Tit. beginnt der Text, das nächste Blatt ist נ bezeichnet (mit Rücksicht auf die heiden TB.), und geht die Pagination bis 11 — .תקכב. Tit. חלק שני Adler mil Schleife, worauf בעו־לץ i־® D2־W, od. Adler mit der Einholung Jakobs (vgl. Jüd. lypogr. in Ersch. u. Gr. S. 26 >) Ich besitze ein Exemplar, dessen 1. Theil, auf besserem Papier mit dem Namen (des Besitzers) JfcT. Tobias Koestlin,