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Hebraeische Bibliographie · 1862-05-01 · No. 27 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band V. 1862
Issue
No. 27 Mai-Juni
Date
1862-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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58 uns an Baum, um einen vollständigen Abriss der (sehr elegant gehaltenen) Bede wiederzugeben, deren Gang wir also nur andeuten können. Ausgehend von den verschiedenen Sehicksalen der Bibel, ihrem Gebrauch und Missbrauch, — welchen der Vf. in freimfithiger Weise schildert — erkennt er als ein Bedürfniss seines Landes und jedes Einzelnen, sich im Studium derselben wieder auf die Höhe der Zeit und der Wissenschaft zu erheben. Er unterscheidet den theologischen Slandpnnkl, für welchen der hebr. Kanon eine Quelle des Glaubens und Handelns, also (für den heutigen Christen) fast nur von historischer Bedeutung ist. In der römischen Kirche habe es seit Hieronymus Männer gegeben, welche sich an die Urtexte gehalten, und sei in der letzten Zeit eine Uebereinstimmung mit der modernen Wissenschaft angebahnt worden. Er nennt Card. Wisemann, Verr.ellone, u. die Jesuiten Zechinelli, G. B. Pianciani (S. 8). — Die Bibel sei aber auch zugleich ein literarisches, ursprünglich historisches, poetisches, inslructives Monument, ein Gegenstand literarischer unparteiischer Kritik, Hermeneutik und Linguistik für alle Confessionen, wie die Vedas, Zend Avesla, Koran, u. dgl. Man müsse gestehen, dass Laien und Clerus in Italien dieses Studium wenig gepflegt und im Allgemeinen ״die Kenntniss des Hebräischen immer seltener und weniger gründlich auch bei unseren Mitbürgern werde, welche von denen, die Hebräisch sprachen, abstammen, und ist mit wenigen achtbaren Ausnahmen, nicht eine rationale, sondern nur eine practische, unphilologische, des Zeitalters unwürdige Kenntniss zurückgeblieben“ (S. 10). Die Kirche und alle Italiener müssen den Verfall aller semitischen Philologie beklagen, wovon die einst berühmte Typographie der römischen Propaganda Zeugniss ablege. Der* Vf. entwirft nun einen Plan von Vorträgen über die Bibel von literarischem Standpunkt aus (welcher die theologische Anwendung den einzelnen Confessionen überlasst) — dessen Beachtung wir manchem Professor an unsern philosophischen Facultäten empfehlen dürfen, und dessen Schluss ('S. 12) lautet: ״Auch würde ich in Betracht ziehen die Geschichte, Sprache und intellectuelle Bewegung (movimento), ja Alles, was sich bezieht auf die Hebräer in den nachbiblischen Zeiten bis auf unser Jahrhundert; denn die volle Kenntniss der Bibel erheischt die Kenntniss des ganzen israelitischen Wesens (corpo dell'israelitismp).“ Wir nehmen Akt von dieser Erklärung, mit welcher der Vf. seinem Vaterlande einen Vorsprung über die von ihm beneideten Stätten biblischer Weisheit — und Zunflweisheit gegeben. 2) — Dieser complicirte Plan Hesse sich freilich, nur in einem regelmässigen mehrjährigen Cursus vollständig ausführen, wozu der Vf. im Jahre 1858-9 als Prof, der Orient. Sprachen an der theol. Facultät der (aufgehobenen) toskanischen Universität Siena einen Anfang gemacht, während die mit dieser Bede eingeleiteten ausserord. Vorlesungen, deren specielles Programin den Vortrag beschliesst, in derselben Tendenz vom Allgemeinen zum Besonderen fortsebreiten. Es werden (S 14) als Führer genannt: Jost und Ewald, Bertheau und Munk; als Exegeten neben den Protestanten Lowtb, *) Vgl. die Artt. ״das Studium der nachbibl. Lit. unter den Christen“ von Beiger in diesen Blättern Jabrg. in, IV.

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