Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IV. 1861
- Issue
- No. 24 November-December
- Date
- 1861-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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130 wissenschaftlichen Zugeständnisse, es gebe in der Bibel durchaus keine directe Weissagung auf Jesus, dennoch in Allem eine Sehnsucht und eine Erziehung zu ihm hin erblickt. Pie einfachen Worte Rasclii's: ובי ממני אני מעלים ״ והרי הוא חביב לפני לו־זיות לגוי גדולsollte ich vor ihm etwas verbergen? ist er ja vor mir werthgeachtet, zu grossem Volke zu werden!“, sind so natürliche Worterklarung, dass eine weitere Beziehung in ihnen gar nicht zu suchen ist.1) — Bei der weitläufigen Besprechung des ״Schilohu in 1. Mos. 49,10 heisst es S.?41 f: ״die Matthenot Kehunna (bei De Rossi a. a. 0. S. 218) geben ausdrücklich שלה als die iiräprüngliche Texteslesart lind שלו als das Keri dazu an.“ Der verständige Isachar Bärmann Koben, der um 1584 seinen schätzbaren Comm. zum Midrasch ausarbeitete, wurde sich nicht Wenig wundern, seine bloss den Midrasch erklärenden Worte als Beleg für eine biblische Lesart angeführt zu sehen. Zu der Erklärung des Bereschit rabba c. 9?: י מי* * שהמלכות שלן— die auch Baur kennt — bemerkt der Comm« שילו" שילו כתיב חסר יו״ר קרי ביה עלו sei ohne Jod geschrieben, man könne es daher lesen,44 von He und Waw ist hier gar keine Rede, wohl aber, dass das Wort defective geschrieben sei, was der Comm. arglos den Worten des Midrasch anpassend findet und daher voraussetzt, ,ohne eine LA. zu bezeugen und ohne ein masoretliisches Keri anzugeben. Nach S. 243 ״beZeiphnet das Midrasch Echa rabbadi (Yen. 1545 f. 5$,f>I) שלה als das Ketib und שילה als das Keri.44 Auch falsch! Im Midrasch zu KIgi. 1,16 wird nämlich — und es ist dies dieselbe Stelle, welche Baur selb3t S,272 aus Gern. Sanhedr. 98b anfuhrt — von mehren Lehrern der Name des Messias mit ihrem eignen Namen bezeichnet, das thul auch die Schule des R. Schiiah mit den Worten: דבי רבי שילה אמדי שילה שמו של משיח שנ׳ עד כי יבא שילה ״ שלה כר2יכdie Schule Schitah's sagt, der Name des Messias sei Schiiah hach 1 Mos. 49,10, wo שילה mit ה hinten stehe,44 also das Lamed mit Kamez gelesen werden könne, wie der Comm. richtig erklärt. — S. 260 Anm. 100 lesen wir: ״Joseph Kimchi (Werliin p.l08f; auch Von Luther, in der Schrift Von den Juden und ihren Lugen, bereits erwähnt) bezieht שילה auf Jerobeam und erklärt, die königliche Herrschaft solle bei Juda* bleiben, bis Jerobeam die Herrschaft der zehn Stämme (ולו יקהת עמים) an sich reissen werde, u« da von einem Zusammenhänge Jerobeam,s mit Silo sonst nichts bekannt ist, so hat jR. Chiskiß vielmehr an den Propheten Abia aus Silo gedacht, welcher (1 Kon« 11, 29 ff.) Jerobeam die ihm bestimmte Herrschaft über die zehn Stämme ankundigte,44 Dass nun Werliin, der sein Buch 1838 in Kopenhagen herausgegebeu, von Joseph Kimchi gär Nichts weiss^ ist natürlich, er schreibt einfach Luther nach. Dieser hat es wphl yön einem Juden gehört; allein die Erklärung rührt nicht von J. K. her, der im Sefer ha-Berilh (Milcheinet Chobah 25 a) Schiloh auf Payid bezieht, es also als Kind, Nachkomme erklärt (wie A. E. u. P. Kimchi), vielmehr gehört dieselbe Samuel b. Meir an, und es mag Luther^ oder sein Gewährsmann sich in der Beilegung seines da•* mals ganz unbekannten Commenlars dem J. K. geirrt haben.2) Halte Baur diesen *) fVgl. auch ״Abraham der Freund Gottes*‘ in Sabbatblatt 1846 N.20. $£] *) Vielleicht hielt man auch Joseph Karo für den Vf. dieses Comm.f und Karo