Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band IV. 1861
- Issue
- No. 22 Juli-August
- Date
- 1861-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Trier, bezeichnet Raschi das Buch als חמש פקודים, das Fünflheil פקודים (wie ähnlich auch die einzelnen anderen Bücher mit חמש), und daraus würde sich die Form bei Origines allerdings noch leichter erklären lassen.u Was würde man zu solch unsicherm Umhertappen auf andern Gebieten sagen? חמש הפקודים wird aber nicht bloss you Raschi gebraucht, sondern ist gewohnlicher Name des vierten Buches in der Mischnah, so Joma 7, 1, Sotah 7, 7, Menachot 4, 3, vgl. noch die Baraita in Sotah 36b, wo neben 'ח הפ' für Numeri noch חמש שני i das zweite Fünftheil, für Exodus vorkomml. Was soll denn aus der Wissenschaft werden, wenn sie Stillstehen muss, sobald sie eine Aufklärung aus nachbibl. jüd. Schriften verlangt? Was soll man ferner sagen zu hebräischen Versen wie folgende: .דבר נשמר בן מאיר יהיה ולקחיו לקח אוחו: ישקר מלישון למלןי אל יאמר ושקר מלשניו אין יוצא: u. s. w.? Sie glauben wohl, das sei eine jener berühmt gewordenen corrupten Deutungen von Keilinschriften? Bewahre! Das soll biblisch-hebräisch sein, wie es uns Ewald in seinem neuesten Jahrbuche S. 18f. als ächtes biblisches Sprachgut giebt, nach einer Rückübersetzung, die er von mehreren Versen aus der Septuaginta gemacht hat, von Versen nämlich, welche in dieser nach Spr. 24, 22 stehn, ohne dass ihnen im Originale etwas entspricht. Wer solches Hebräisch versteht, ist ein Meister im Unhebräischen, hebräischer Sprachgeist ist ihm niemals aufgegangen. שקר אין יוצא dürfte man im Biblischhebräischen sagen st. שקר מלשון - ,לא יצא hätte je ein Hebräer gesagt! Und die zwei ersten Verse zu verstehen, dazu bleibt nach allen Ewaldichen Erklärungen mein Verstand noch immer zu beschränkt. Diese Verse der LXX waren nie hebräisch geschrieben; derartige Zusätze, die nie liebr. gewesen, finden sich ja gerade in diesem Buche der Sprüche nicht selten! Uebrigens ist es schade, dass Sie bereits die dritte Ablheilung Ihres Bodlejanischen Catalogs geschlossen haben; Sie konnten dadurch eine Anzahl ״Herausgeber“ der Sprüche von sehr respectabelm Alter nicht mehr aufnehmen. Diese verschiedenen ״Herausgeber“ hat nämlich Ewald ebendas. S. 22 entdeckt, genau nach ihrer Zeit und Reihenfolge, ja, er kennt selbst die von ihnen verfassten, aber nun verlornen Bücher. Ueber solche Dinge lässt sich nicht gut ernst sprechen, uüd zum Spotte ist doch die Sache zu heilig, und der Name Ewald’5 sonst zu achtbar. Einen Gebrauch von der nachbibl. Literatur, und zwar von der Mischnah, macht Ewald gleichfalls in diesem Jahrbuche S. 254 f zur Entwirrung des an Widersprüchen leidenden Berichtes über das letzte Paschamahl Jesu; allein auch hier vermissen wir Sorgfalt und Verständnis. Er berichtet nach M. Rosch ha-Schanah 1, 4, dass man den Boten, welche den Eintritt des Neumonds zu verkündigen ausgesendet wurden, für die Monate Nissan und Tischre gestattet‘ habe, den Sabbath zu entweihen, d. h. unbekümmert um die Sabbathgränze ihren Weg, soweit sie konnten, fortzusetzen. Er fährt dann fort: ״Von der andern Seite aber war das Bedenken, die Sabbathsgebräuche zu verletzen, so gross, dass man sogar die besoudern Gebräuche, womit man