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Hebraeische Bibliographie · 1859-11-01 · No. 12 November-December · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band II. 1859
Issue
No. 12 November-December
Date
1859-11-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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112 Manasse ben Israel and die Königin Christine von Schweden. Von E Kayserling. Es durfte vielen unserer Leser unbekannt sein, dass der portugiesische Rabbiner Manasse ben Israel, ,welcher bei dem Protector Englands um Aufnahme der Juden petitionirte, aus ähnlichen Gründen zu der Königin Christine von Schweden in Be- Ziehung getreten war, und sich auch besonders um ihre hebräische Bibliothek Yerdienste erworben hat. Schon im Jahre 1650 begrüsste er sie auf Veranlassung ihrer Krönung mit einem spanischen und einein hebräischen Sonette; er sandte sowohl ihr, als auch ihrem Kanzler Adler-Salvius einige Exemplare dieser Poesien und schrieb seinem, damals von Christine begünstigten Freunde Is. Vosslus, dass es ihm zum Vergnügen gereichen würde, der gelehrten Herrscherin seinen ״Conciliador“ widmen zu dürfen. Zugleich liess er ihr das Anerbieten machen, dass er_ihr zur Vermehrung und Vervollständigung ihrer hebräischen Bibliothek gern behilflich sein Sollte. Alles dies nahm die junge Königin, welche, beiläufig gesagt, auch der hebräischen Sprache mächtig war und sich überhaupt für das Studium der Orientalia sehr interessirte,1 2) bereitwillig an. Die Kosten, welche ihr durch den Ankauf wichtiger, in ihrer Sammlung fehlender orientalischer *Werke erwachsen würden, veranschlagte Manasse auf 6-7000 Gulden. Ueber dieses, von dem Rabbiner besorgte Bücher-Geschäft lesen wir in einem Briefe des Js. Vossiüs an Nie. Heinsius (Burmann, Sylloge Epistolanum, Hl, 677) vom 20. August 1654 Folgendes: ״Velim scire quid Christianus Meys praestiterit pro me apud Doctorem Ericum. Reliqueram illi sehedulam exhibendam huic D. Erico, qüa, ut restitueret libros, quos D. Manasses in Suediam misisset postulabam. Si nondum restituerat istam praedictus D. Ericus, velirn moneas Christianum Meys, ut denuo ab eo repetat. Et sane nullam causam video, quäre tamdiu aliena bona penes se detineat. ... Pro libris istis Hebraicis jam satisfeci Manassi. Itaque non ipsi, sed mihi remitttendi sunt libri isti, quamdiu nondum istam pecuniae summam a S. Regina receperim. Si nondum transmissi sunt, fac rogo ne illi mihi pereant, simulque trecenti sexaginta imperiales, quos pro illis persolvi. De capsa illa librorum quod narrat hospita, id falsissimum est, non enim tantum, quod illa fingit, denuo examinavi libros, sed ne totam quidem capsam aperui; verum per Fredericum et alterum, quem habebam, famulum asserem unum ab uno tantum latere aperiendum curavi, et sic per foramen istud. aliquos minores libellos immisi.“ Auch nach der Thronentsagung stand Manasse mit Christine noch in Verbindung. Während ihres Aufenthaltes in Antwerpen machte er ihr seine persönliche Äufwartung und schrieb bald darauf die, heute äusserst seltene מOracion Panegyrica a la Maydd* de Christina Reyna de Sueciaa in spanischer Sprache mit gegenüberstehender lateinischer Uebersetzung.3) In der Unterhaltung, welche er mit der gefeierten Tochter Gustav Adolph’s gepflogen, ersuchte er sie auch, wie er ihrem Bibliothekar Vossius'sub rosa mittheilte, — um Subvention zur Herausgabe seiner grossen spanischen Bibel. Wir wissen nicht, ob sie seinen Wunsch erfüllte. (Schluss folgt.) 1) [Damals nichts Ausserordentliches’, vgl. Bibliogr. Eandb, S. XX Anm. 1. StJ] 2) Bei Zunz (Zur Geschichte und Literatur, 234) heisst es: ״Auch hatte Menasse ben Israel, von Vossius empfohlen, von der Königin Christine von Schweden den Auftrag zum Ordnen ihrer hebräischen Manuscripte erhalten* (Arckenholtz'memoires, I, 269). An dieser und auch an keiner andern Stelle der genannten Memoiren findet sich eine Erwähnung dieses Auftrags. Die von Z. angezogene Quelle lässt sich über Menasse ben Israel folgendermassen vernehmen. ״II est k presumer que pour suppleer au vide des livres et <les manuscrits orientaux, — es ist von der Bihliothek des Gilbert Gauimin die Rede, — Vossius, de la part de Christine, chargea le celebre Rabbi Menasse ben Israel den faire une nouveile collection. [Catal. p. 1648 ist die Stelle aus ArcJcenholt* I, 303 abgedruckt, auf welche sich die bei Zunz beruft. — Aus dem ״ Catalogus Reginas Buenos* stammt manche irrthümliche Angabe bei Bartolocci u. 8. w. St.־\ Bucbdruckerei von Gustav Lange in Berlin.

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