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Hebraeische Bibliographie · 1859-09-01 · No. 11 September-October · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band II. 1859
Issue
No. 11 September-October
Date
1859-09-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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74 obwohl es bekannt ist, dass in der Periode der Goethe- und Schiller Partheien, die Juden in der Regel zu Schilier’s Fahne schwuren. In der That weiss die hebräische Literatur dieses Jahrhunderts, dje aus den Klassikern aller Nationen und Sprüchen schöpfte8), selbst Becker’s Rheinlied nicht ohne Echo liess* * 3), und noch kürzlich naeh Sue’s Mysteres de Paris griff, den Namen des מ west östlichen״ Goethe kaum zti nennen, während man aus den, grössentheils gelungenen Uebersetzungen und Nachahmungeh von Schiller's Gedichten einen ziemlichen Band zusammenstellen kann!3) Um so weniger wird man von uns hier eine vollständige ״Bibliographie״ erwarten4 5). Es genüge , einige bedeutendere Gedichte und einige ihrer Bearbeiter nahmhaft zu machen, welche den deutschen Genius meist in slavischen Ländern verehrten und dessen Schöpfungen in der heiligen Sprache eine weitre Verbreitung gegeben, als irgend eine lebende es vermöchte. Die Hauptstellen aus der Glocke (häusliches Glück, und das Feuer) bearbeitete der berühmte Kritiker Bapoport, damals (1820) in Lernberg, jetzt Oberrabb. in Prag; die Bürgschaft, der asketische Prediger Plessner in Berlin (1821), den Taucher der Bibliograph Benjakolr in Wilna (1842), den Handschuh der Gemeindebeamte L. Levy in Berlin (1840 in der Vorrede zu einer Nachahmung von Thomson’s Jahreszeiten), die Freude der Schulmeister Schonfeld in Ungarn (1826), einen Chor aus der Braut von* Messina der Dichter Letteris in Zolkiew (1822) u. s. w. — Fragt man nun nach dem Grunde dieser Sympathie, so liegt er nicht sowohl in Schillerls sententiöser klassischer Form, er liegt wohl mehr in der idealen Richtung, in der allgemeinen Begeisterung für Freiheit, Recht und Tugend, in dem Geiste, der sich seiner unendlichen Arbeit erfreut, und von dieser Freude Niemand ausschliesst: ״Alle Menschen werden Brüder, wo ihr sanfter Flügel weilt.״ 1. Nachrichten. Unsre Leser erhalten mit diesem Blatt ein Desideraten - Verzeichniss von mehr als 1000 Nummern, welches nicht bloss für den Büchermarkt, sondern auch für die Bücherkunde von Bedeutung ist, nemlich als eine willkommene Ergänzung zu dem Michael Catalog, dem bisher bequemsten und vollständigsten, wenn auch nicht überall korrektesten. Die Drucke vor 1732 sind grössentheils aus dem Bodleianischen excerpirt, freilich mitunter auch-dort nur als Desiderata aufgeführt, so dass etwaige Berichtigungen ohne Offerten an die Redaction, und nicht an die Buchhandlung zu richten wären. Von nfeuen Erscheinungen heben wir hervor die nunmehr in Angriff genommene Herausgabe der Synonymik des Ahraham Bedarschi aus der Leydner HS. (Catal. p. 27) durch G. Polak, der es an der nöthigen Sorgfalt nicht wird fehlen lassen*)^ Handelt es sich hier um einen Beitrag aus Klassischer Zeit von einem, als Rhetor bekannten Verf. auf einem weniger angebauten Gebiete, so erhalten wir demnächst von einem noch anonymen Autor Specimina biblischer Und talmudischer Studien, in welchen unter Andern auch für das Gebiet der hebr. Lexicographie neue Wege vorgezeichnet werden, so z. B. die Durchführung der im Arabischen durch diakritische Zeichen getrennten Buchstaben. Ueber Watermdnn'8 hebr.-holländ. Wörterb. ist uns nichts Näheres bekannt. — Endlich bringt uns die Post in. diesem Augenblick Prospectus und Probe einer neuen — der vierten! — billigen Talmud- Ausgabe in Öctavo. Wir bitten die Lemberger Herausgg. zunächst um eine grössere Anzahl von Prospecten und behalten uns Näheres vor. 2. Delitzsch (Zur Gesch. d. jüd; Poesie 8, 104) nennt eine kleine Zahl, Die an Ende de• ▼origen Jahrh. populären deutschen Poeten werden genannt im ״Sammler* Bd. V S.283. 3) Jüdische Literatur (in Ersch Bd. 27) 8. 462 A. 65. 4) Was die Bodjeiana besitzt, ist in unsrem Catalog S. 2365 zusammengestellt. 5) Schiller hebräisch zu parodiren ▼erbot derselbe Genins, der die Uebersetzungen forderte,, aber es giebt einige handschriftlich kursirende judisch-deutache Parodien der Glocke, darunter eine (der Kaffee, oder "die Derascha?) ▼on Saphir, in Bussland (nach Mittheilung eines Kundigen) eine geistreiche ״der Kittel*; ״das Lied ▼om Scholet* ▼. Leser Scholetsetzer [Loa. Schnabel! ist gedruckt Wie» 1855. *־־ - *) Derselbe berichtet uns so eben, dass auch Litxxetito sich betheilige.

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