Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 10 Juli-August
- Date
- 1859-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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58 Untersuchungen, ־welche Ohw. heryorrufen wird* der ״negativen Kritik, welche vor etwa 20 Jahren in Flor war״ (S. 92) eher Vorschub leisten als Abbruch thun werden. Ja wir setzen die Bedeutung dieses neuen Fundes hauptsächlich darein, dass man endlich die Pseudepigraphie in grösserem Massstäbe und Zusammenhänge untersuchen, u. hoffentlich zu dem Resultate gelangen wird, dass Maimonides ohne historische Kritik u. doch mit richtigem Takte die pseudoaristotelische und pseudobiblische Fabrication zusammengenominen habe. Was die Hilfsmittel betrifft, so liegt uns jetzt die Münchner hebr. H&. vor, auf die wir schon vor 15 Jahren hingewiesen.3) — In Wilna ist ausser den beiden Talinüden noch Manches im Werden, worüber wir uns Näheres Vorbehalten müssen. Wir verdanken Benjahob ein chronolog. Verzeichniss der, nach amtlichen Listen, seit der Eröffnung des Drucks im J. 1S57 (vgl. HB. I N. 121) erschienenen Bücher (etwa 480 Num. bis 1857, 58 Num. im J. 1858), mit der Angabe, dass die (privilegirte und Pacht zahlende) Offizin 18 Handpressen, worunter 4 eiserne, 105 Setzer, ״Pressenzieher״^ CorrectorOn etc., 3 Gussöfen, 2 öussmasöhinen u. 20 Schriftgiesser beschäftige. Wir knüpfen hieran die Nachricht, dass in Gleiwitz eine hebr. Buchdruckerei (Val. Troplowitz) gegründet sei. .Möchte ihre Thätigkeit dem Nützlichen zugewendet sein können! — ln Amsterdam arbeitet Polak mit seinen Freunden und Gesinnungsgenossen an Verbreitung der Literaturkunde in hebräischer und holländischer Sprache. Von 2 Ausgg. der Selichot nach niederländ. Ritus soll die eine von Uebers. (v. Ameringen, der auch Bilder aus der jüd. Gesch. in novellistischer Form herausgiebt) und histor. Einleitung begleitet sein. Selbstständigen Werth beansprucht eine, zunächst Von dem kenntnissvollen Bibliotheksbesitser Waagenaar ausgehende Biographie des Jakob Emden, an welcher auch ausser Polak ein junger vielversprechender Bibliophile Theil nimmt. M. M. Cohn kündigt eine holländ. Uebers. der 8 psycholog. Gap. des Maimonides an. — In Leipzig erscheint demnächst der 1. Th. einer Sammlung der GA. und Briefe des Maimonides. Der bekannte Prediger Kley in Hamburg ist durch die Feier?seines 70jähr. Geburtstags (am 12. Juni) zu einer ״Einladung zur Subscription״ auf die Forts, seiner ״Predigt-Skizzen״ veranlasst wurden. — Filipoioski in Edinburg soll eine hebr. Concordanz herausgeben, wir wissen nicht ob im Namen des durch ihn repraesentirten angeblichen Vereins4). Goldberg in Paris bietet seine Abschrift der noch ungedr. hebräischen Uebers. v. Kalila we-Dimna aus5). Während ein polnischer Schriftsteller Subscribenten auf ein feindseliges Werk ״Jüdische Mysterien״ unter Juden selbst sucht — und findet {ha■ Maggid S. 123), lässt Fürst Boncompagni in Rom in seiner Druckerei eine französische Brochüre drucken, deren Annang lateinische und hebr. Auszüge aus den Schriften des Abraham ba-Chijja und 3) Jüd. Lit. § 22 A. 77 (engl. S. 871). WüstenfeJd macht aus dem einen arab. Werke des ilegriti, dessen Compend. die liebr. Uebers. enthalt, zWei. Dieses Werk giebt in der That Fragmeinte ans der ״nabat. Agricultur“ u. Citate aus den -von Maimonides u. A. erwähnten Schriften, z. B, des (verschieden geschriebenen) &tomac710s f (welches auch arab. in d. Bodleiana, s. Wenric71, p. 13S), u. A. aus einem Werk über Talismann (vgl. Ihn Bilia bei S. Zarza 10 a) von Razi (fehlt bei Wustenf. § 98). Auch das für Kleopatra. verfasste Werk (Cliw. S. 129) erscheint in den pseudoplatonischen Nawämis, nach Hohem hebräisch übers. (Cod. Munch, f. 107, 109); vgl• auch über das, dem Gabir b. •Hajjän zugeschriebene ,Buch der Gifte“ uns. Mittli. in d. Ztschr. d. d. m. Gesellsch. IX, 843. Die Verwechslung der nabat. Agricultur mit einer angebl. ״aegyptischen“ (vgl. auch Jew. Zit. p. 370 A. 74) kann unser Verf. selbst nicht läugnen (S. 12, zu מרסי vgl. ״Masi d. Suraner“ S. 27 ff.). Auch in dem pseudepigr. ס׳ העצמים (worüber nächstens in d. Forts. der Mantuaner *HSS.) liest ihan in der HS. Mic71ael f. 316 f. 37b הגבטיה für הצוצוית (bei Zarzah f.63a), u. das dort ׳über die ]Kreuzfigur (שתי ועלב) Mitgetheilte findet sich auch bei Merjriti (HS. f. 61). Das angebliche Buch des Sem (S.,lS6) ist eine Einleitung zu Pseudo-Asaph, über dessen '<5haracter und Ursprung schon vor 15 Jahren das nichtige erratlien worden (s. Jüd. Lit. § 22 A. 3'4 ü. Zus. erfgl. p. 367; Catal. p. 2J301); und es ist unsre Schuld nicht, wenn es noch heute nicht berücksichtigt ־Wird. (Dukes hat übrigens den Schwur nicht voBstandig mitgetheilt, ■ Graetz adoptirt Wenigsteris die vöh uns zuerst begründete Ansicht über muhammed. Pseudopigraphie). Endlich wollen wir ein instructives Beispiel über die Genesis von Schriftstellernamen geben. Auzwaja (S. 164) ist offenbar או זואיא d. h. 0״(ler Ecken“, Grundpfeilerl S. 87 ist das talm. תורמוס zu vergleichen. 4) Vgl. Dukes in A. Z. d. J. 1858 N. 6 S. 75, wornach die Notiz in d. Ztschr. d. d. m. Gesellsch. X» 771 zu berichtigen. 5) Bei Gelegenheit hat Jolowicz (המגיד S. 120) die alte Verwirrung zwischen Kalila 11. Mischle Sendabar wieder heraufbeschworen.