Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 9 Mai-Juni
- Date
- 1859-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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51 611] Was vir vollen, oder ein Wort über Mission im Allgemeinen nnd unter Israel im Besonderen, mit Beziehung auf die Schlussentwicklung des Reiches Gottes. 8vo. Brest., DÜlfer,'185S (5 sgr.). [611] Pllilosopliy of the plan of salvation by an americän citisen. Translated from English into Hebrew etc. by J. Natkinsoii. Svo. (Altona) Hamb., Oncken, 1858 (18 sgr:). ' [612] (Rachel.) Memoirs of Rachel. London, Hurst and Blackett. 1858. [613] [Von einem Katholiken, vgl. Jew-Chron. N. 185 S. 231.] Rachel. Eine wahre Begebenheit aus dem Leben einer jüdischen Familie zu Anfang des 19. Jahrh. 16mo. Pe8th, Osterlamm, 1858 (4 Sgr.). ‘ [614] 3. Allgemeine Literatur. A. Helffcrich. Entstehung and Geschichte des Westgothen-Rechts. Svo. Berlin, G. Reimer 1858. (VIII, 475 S.) Der Verf. hat sich während seiner Reise durch die Bibliotheken der pyrenäischen Halbinsel die Aufgabe gestellt, die Urkunden, welche auf die älteren Rechtsverhältnisse des Landes Bezug haben, einzusehen und zu vergleichen, und legt nun in dieser, mit seltenem Fleisse gearbeiteten Geschichte des Westgothen-Rechts die Resultate seiner Untersuchungen nieder. Dass sich dieses, an Material so reichhaltige Werk den, denselben Stoff behandelnden älteren Arbeiten Marina’s, Sempere’s, LardizcibaCs, Zuaznavar s u. A. würdig׳ an die Seite stellen kann* ist im Inwie Auslande bereits anerkannt; hier wollen wir nur hervorheben, dass auch die jüdische Geschichtsschreibung durch dasselbe bedeutend gewonnen hat. Wer die neueren Erzeugnisse, welche die Geschichte der Juden in Spanien und folglieh auch die der Juden unter den Gothen selbst behandeln ■, nur im Entferntesten kennt, wird zugeben müssen, dass für die älteste und wichtigste Geschichte der Juden auf der pyrenäiseben Halbinsel bis jetzt wenig oder gar nichts geschehen ist. Die spanischen Historiker de los Bios, Ad, de Gastro u. A. haben diesen Theil so ungemein dürftig bearbeitet, dass sie kaum das Wesentlichste berührten, und auch Graetz’s neuester Versuch ״die Westgothische Gesetzgebung in Beziehung zu den Juden״ dürfte im Grunde genommen doch für nichts anderes gelten, als für einen auf, wenn auch geistreichen, doch fälschen Prämissen beruhenden Versuch, wie dieses ein französischer Kritiker1) zur Genüge dargethan hat, und Jedem einleuchten muss, der das Wesen der gothischen Gesetzgebung einer genaueren Prüfung unterzieht. Will man diesen noch dunkeln Theil der spanischen Geschichte wissenschaftlich und den Anforderungen der heutigen Kritik entsprechend darstellen, so muss vor Allem mit der Untersuchung begonnen werden, von welchen Königen die einzelnen Gesetze des Codex Wisigothicus gegeben sind, da die Ueberschriften bekanntlich sehr häufig trügen, und inwiefern diese Leges mit den Beschlüssen der Toledaner Concilien übereinstimmen. Dieser schwierigen Untersuchung widmet Herr Helfferich die erste Abtheilung seines Werkes (S. 1-224), welche die Regierungszeit Leovigild’s bis zum Einfall der Mauren umfasst. Zeit und Raum gestatten uns nicht, auf* die einzelnen Untersuchungen und deren Ergebnisse hier näher einzugehen: Helfferich stellt auf kritischem Grund und Vergleichung verschiedener Handschriften fest, welchen Königen die einzelnen Gesetze des genannten Codex zugeschrieben werden müssen, und behandelt im Zusammenhang mit der Gcsammtgeschichte auch die beklagenswerthe Stellung der Juden unter den westgothiseben Königen. Auch in der 2. Abtheilung dieses Werkes, welche sich — es geschieht dieses hier zum ersten Male — mit der Geschichte des Westgothen-Rechts nach der arabischen Eroberung beschäftigt (S. 225-425) wird dem jüdischen Historiker mancher schätzbare Wink geboten, wie ihm die, im Anhänge (429-472) mitgetheilten Urkünden, das ״Gewohnheitsrecht“ von Barcelona, und das 1142 gegebene ״Fuerou von Daroca nicht gleichgültig sein dürfen. Um dieses ,Wurzelwerk zu vervollständigen, gedenkt der unermüdliche Verfasser eine geschichtliche Darstellung des spanischen Arianismus zu liefern, eine Arbeit, bei welcher die Juden und ihre Geschichte sicherlich nicht leer ausgehen werden. [615] (Kayserling.) 1) Lien d’Israel, Janvier 1859, 350 ff.