Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band II. 1859
- Issue
- No. 8 März-April
- Date
- 1859-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JfcüM. Bie »yoagogale Poesie des Mittelalters: 2. Abth., auch. u.,,.d« T. die Eit;11f n dies synagpgalen Gottesdienstesf geschichtlich, entwickelt. 8vo. Berlin, Springer: 1859 (249 u. 1 8.* 2 Th.) [487] ' [E• giebt Wenige, iüsserst wenige Schriftsteller auf dein Gebiete der jüdischen Literatur, die den allgemeinen and besonderen Anforderungen entsprechen, welche an einen solchen auf jedem ändern Gebiete gemacht werden können. Unter diesen wenigen nimmt Zunz den Vorrang ein, und seine Werke; leisten, ohne die, auf anderd Gebieten, unentbehrliche äussere Förderung, mehr als unter solchen Umständen billiger Weise gefordert werden, dürfte, denn Zunaf besitzt jene, der strengen Wissenschaft allein genügende Pietät und Opferfahigkeit für das Forschen, verbunden mit einer Festigkeit der Geginünng, an welcher die Verlockungen der vermeintlichen Popularität und der Kriecherei vor herrsehenden Systemen scheitern. Das Motto unter seinem Bilde ist: »Der Gedanke ist mächtig genug, um ohne Anraaäsung und Unrecht üjber Anmassüng und Unrecht zu siegen.* Solcher Prämissen bedarf aber1 gerade die jüdische Literatur, und insbesondere das Traditiönsgebiet und dessen Ausläufer in der deutsch - französischen, Richtung; wo es. sich darum handelt, in grossen, scheinbar unorganischen und verschwommenen Massen den Organismus der Geschichte aufzufinden, und mit besonnener Kritik zwisehen Säge und Legende, frömmer Selbsttäuschung und frömmelnder Verdunkelung, zwischen Ueber- Schätzung und Wegwerjfuiig, unbeirrt zu Verfolgen. Darum waren seine Schriften von jeher epo< hemachend ״grundlegend, umfa,ssend, wenn aiiqn der grosse Häufe, bler wie überall, nur die Glücklichen za pr/eisen Weise, die änf der breiten Heerstrasse ziehen und auf den Pfaden Blumen pflü«*ken, wo Zunz Felgen gesprengt, Dornen gejätet und. Samen ausgestreat hat; dehn die ganze Gegenwart gehört zu Zunz’s dankbaren ־־־־ oder undankbaren Schülern; an ihm abejr wie an den wenigen Berufenen bewährt sich, das Tälmudische Sprichwort: die Weisen, je älter .um $0 weiser. Wie die ״gottesdienstlichen Vortrfcgä* im Veitän Gebiete des Midrasch, wie das Werk ״z\fr Geschichte u. Literatur* in dem wenig gekannten 8chriftthum des deutsch-französischen Mitfejälters, so brJ<־ht die ״Synagogale Poesie“ neue Bahnen auf diesem grossen böchait , eigenthumlichen Gebiete, und der vorliegende zweite Band ״die Mus/ bietet nicht bloss die Grundlagen wissensohäfgicher, geschichtlicher Anschauung, er Verarbeitet nicht biös« einen, kaum zu'überwältigenden, äusserst schwer zu grüppirenden Stoff, soiiderri er ist zugleich ein Codex füf die unvermeidlich gewordenen Reförm.eh des jüdischen Gottesdienstes. Wir *finden hier nicht die tendentiösen Beleuchtungen der, aus,fremden Forschungen und Nachweisungeh reproducirten Artikel und Brochüreh ,über Tägesfragen, sondern Gesichtspunkte, von denen aus solche Magen lächerlich oder trivial (8. S., 17,2) erscheinen• Ü״d wenn es sich endlich darum handeln wird, bei jsiner principiellen Umgeät&’tutig des Cultüs ausser dgn Mode- und Gpschroäcksbediirfnissen, ausser den inhaltsreichen Kriterien der Geistesbildung und des religiösen Bewusstseins, auch die Stimme der Geschichte über Bedeutung, Alter ü. Verbreitung der Riten zu befragen, 80 wird inan nur bedauern müssen, dass der Meister einen solchen Stoff iii ein solches Büchlein zusämmendrängen konnte — und inuMte! . ־ Mit dieser Vorbeinerkung wollte Ref nicht bloss dem Meister die schuldige Anerkennung zollet!, sondern auch mit Hinweisung auf die Schwierigkeit des Stoffes für sich selber um Nachsicht bitten. Hat es doch dem Verf. selbst nicht angemessen geschienen, die ״Absätze* des Textes durch mehr als eine Linie za bezeichnen, um wie viel schwerer wird eine, auch nur Oberflächliche Irihaltsfibersicbt für denjenigen..der, wie Ref., sich in den, zum Theil ganz neuen Stoff hineinzustudiren hat.— Ein neuerliebes beiden swingt uns, Mär äbzubrechen. — Forts, f.] (Bibe(. Bunsens Bibelwerk. Vollständiges .Bibelwerk für die Gemeinde in 3 Abth.) v: Chr: CarIJos. Bansen. 1. Abth. Die Bibel nach d., nherlieferten Grundtexten, übersetzt und für die Gemeinde ,erklärt. 1. Th.: das Gesetz; 1. Halbb.: Einleitung p. Genesis Kap. 1-11. 8vo. Leipzig, Brockhaus, 1858. (CCCXCIV ' i-öigr.] [488] [Die »Gemeinde" ist hier freilich die christliche, aber Bunsens christlicher Stand! pvnkt lässt dem s. g. »alten Testament0 ohne sinnwidrige messianisebe Auslegung ti.dgl. Gerechtigkeit wiederfahren, und die »Einleitung**, welcher eigentlich dieser fanae Band gewidmet ist, bespricht Fragen, die auf jüdischem Boden nicht minder rennende geworden sind, wenn auch die jüdische Theologie bis jetzt den Pfad der biblischen Einleitung nicht breit getreten hat Auch finden wir bei Bunsen eine 4uerkennugg der wjssenschattlichjen Thatigke.it jüdischer Gelehrten auf dem Gebiete i8jr Bibel-üebersetzung von Mendelssohn *bis auf jöhjsön, ״welche nicht allein da$ Judenthum, sondern auch Deutschland ehrt“ (S. XVII); obwohl hier die tendenziöse 1) .Selbst ZusjKUto (0ב1א S. 40) bezeichnet einen, einzigen eklpktischeuJSitus als Ideal; •eine betreffanden Worte sind freilich in eifern hebr.Jourual abgebrochen worden. r