Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 6 November-December
- Date
- 1858-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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131 1536 3), 18. Mai. Römischer, hungarischer, bÖheimischer königlicher Majestät etc. Ertzhertzög zu Oesterreich etc. Ynnseres allergnädigsten Herren gegebenen Ordnung, ״wie sich die Juden *zu Wien halten sollen. 1544. Speyer* 3. Apr.. Kaiser Carl V. ertheilt den Juden Privilegien, und spricht sie von der Beschuldigung frei, als würden sie Christenblüt gebrauchen. 4 5) 1545, "Wien, 11. Dec. Kaiser Ferdinand gestattet den Juden in Eisenstadt zu bleiben.י׳י) 1554. Wien, 1. Aug. Kaiser Ferdinand erlässt das Mandat, dass die Juden besondere Zeichen an den Kleidern taagen müssen. 1559, 8. April, erschienen in Cremona Pasquille, welche die Aufforderung enthielten, dass man dm Juden todte, — 17. April. Canonicns Vittorio Eliano} getaufter Jude, und Josue dei Cantori, ebenfalls getaufter Jude , legen gegen den Talmud öffentlich Zeugniss ab. 6 7) —26 '־ל. Juni. Die Juden zu Worms petiren beim Kaiser, derselbe möge den neugewählten Rabbiner Jacob Juda bestätigen. 1568. Wien, 12. Juni. Kaiser Maximilian II. verbietet den fremden Juden den Aufenthalt im Erzherzogthum Niederösterreich; den Einheimischen ist ,es gestattet Handel zu treiben, der Wucher aber verboten. 1569. Kaiser Maximilian II. ertheilt dem Moyses zu Oberhausen samt Weib, Kind etc. *Privilegien. (Sie brauchen nicht die Judenzeichen zu tragen; stehen nicht unter der Jurisdiction!der Rabbiner, sondern des Ortsgerichtes, können auch Pfänder leihen, ausser auf zerbrochene Kelche, blutiges Gewand.) 1571., Wien , 14.Sept. Kaiser Maximilian H, verbietet die Juden im Reiche mit neuen Auflagen zu beschweren. ־־־־ Dasselbe für Eisass. 1577. Prag,!. April. Kaiser Rudolf an den Bischof von Passau, dass die Juden nicht durch Tortur gepeinigt werden. — Kaiser Rudolf an den Bischof von Würzburg, die Juden bei ihren Privilegien zu lassen. ד 1594. Wien, 1. Febr. Kaiser Rudolf II. befiehlt, dass die Juden binnen eines halben Jahres das Erzherzogthum Oesterreich ob der Enns verlassen. 16071, Prag, 17. Dec. In Folge der Verwendung des David Theodorus, Rabbi Jude (?) zu Prag für die Juden zu Hanau ertheilt der Kaiser Rudolf in der Voraussetzung der Uebereinstimmung des Grafen zu Hanau den Juden daselbst Privilegien. ך) 1612, 13. Nov: Kaiser Matthias bestätigt den Juden zu Frankfurt a. M., dass sie stets daselbst wohnen dürfen und verbietet für alle Zeit dieselben auszuweisen. 3) Dieses Actenstiick ist gedruckt und das Datum bios das der Drucklegung. Wann es ertheilt wurde, ist, nicht angegeben. Es enthalt die «Rechte der einheimischen und der fremden Juden. Letz,- tere standen bekanntlieh im Nachtheile. 4) In den Privilegien, die die nachfolgenden Kaiser ertbeilten, ist der Passus bezüglich des Gebrauches von Christenblut aufgenommen. Ich theilte im Jahrbuche von J. Wertheimer in Wien 5619 (1858-59) ein Actenstffck’ von Kaiser Leopold mit;‘welches diesen Passus enthalt. 5) ’Die' Juden in Eiäehstadt hatten fast zu allen Zeiten die Freiheit nach Wien zu kommen., Sie hatten den Namen ״Mahdeljuden.“ - 6) [Diese Mittheilung hat noch'ein besonderes Interesse. Der erstgenannte ist offenbar der Enkel des Elia Levita (vielleicht identisch mit Josef , der in 1538 טוב טעם, erscheint, wenn dies nicht der Ebenfalls getaufte Bruder Johann Baptista ist?), der 1558 den Tur in Cremöna edirte, im J. 1565 die hebr. HS. Michael 214 absebrieb (verjgl. mein Register S. 359), und wenigstens bis 1578 seine verschiederiartige Thätigkeit förtsetzte. (Näheres in d. 3. 8ection des Catal 1. h.). — Josue del Cantori geh5rt Öffenbar der ■bekannten Familie Cantarini (מהחזנים) an. Sti} 7) Der damalige Rabbiner zu Prag war der ״hohe Rabi Z510;״ auch stimmen die Namen nicht überein. [Low (Löeb) ist bekanntlich der Begleitname von Jehuda oder Juda, doch scheint hier ״Rabi Jude* nur eine allgemeine Bezeichnung des David Todros. — *SttJ