Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 5 September-October
- Date
- 1858-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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107 Das hebräische Wörterbuch des belgischen Buchdruckers Dirck Martens, von J. li• Hoffman«! in Hamburg. 1) Dieses* Büchlein, dessen genaue bibliographische Beschreibung wir folgen lassen, gehört zu den vielen Seltenheiten der hamburgiscken Stadtbibliothek. Ein für 200 Francs, ohne die Unkosten, gekauftes Exemplar befindet sich in der Königlichen Bibliothek zu Brüssel; in der Kaiserlichen Bibliothek zu Paris soll gleichfalls eins vorhanden sein. Das hamburgische Exemplar ist ausgezeichnet gut erhalten. Der Titel lautet: Dictionarium- Hebraicum. Darunter: Theodoricus Martinus Alostensis candidis lectoribus. S. 48 ünbezeichnete Blätter yon 35 Zeilen, mit Signaturen a ii - m ii, 4to. Das Wörterbuch der Wurzelwörter, hebräisch ohne Punkte, und lateinisch, beginnt auf der Rückseite des Titelblattes und endigt auf der Stirnseite des 44. Blattes. Dann'folgt auf der Rückseite desselben: Utilis Quaedam, Et Succincta, inHebraeas literas introductio (Blatt 47 Rückseite 1, Blatt 48 Stirnseite enthalten das Paradigma des Yerbum סכןד mit Punkten). Auf der Rückseite des letzten Blattes: ״Johannes Reuchlin. Non esse ignorandum statuo.uale bis. Haec Reuchlin.“ Darunter ״Finis,“ ohne weitere Angabe,, weder des Jahres noch des Druckortes. Der letztere isit jedoch Loweny gedruckt ist das Buch sehr wahrscheinlich 1520 oder noch früher (vgl. Biographie de Thierry Martens d’Alost, premier imprimeur de la Belgique, suiviede la bibliographie de ses editions par A. F. Van Iseghem, Malines. Alost 1852» mit Zusätzen yon 1854, 8vo., S. 110 u. S. 316), und zwar von Dirck (Dierick, Diederick, Theodoricus, Theodericus, Thierry) Martens (Mertens, Martinus), aus Aalst [Alost], der zugleich der Herausgeber, wie aus der Zuschrift auf dem Titel* blatte zu ersehen. Es heist dort: ״Redegimus in Enchiridion lectores optimi, primitiua vocabula, siue radices hebraicarum dictionum, quae a Capnione diligenter, et diffuse tractantur, cuius ideo ubi ferme uerba apposuimus, quod ingeniosi in alienis libris uideri noluimus. Excerpsimüs tarnen in rem yestram, ne sine his frustra in sanctä hac lingua 'perdiscenda südäretis. Interim si Germania, quod ante annos aliquot 2) promisit, exoluerit, hic parü perdideritas, quin potius (nisi uehementer f&llar) prius q. illud auctius Lexicon in lucem uenerit, uos omnem difficultatem praetergressi eritis. Nos compedio apud uos utimur, ut cito percipiatis, quae discenda erunt, et percepta fideliter teneatis. Quicquid ergo eruditione uestrae hinc accreuerit, ei acceptum referte, a quo desumptum est. Yalete, et periculum in hac re exigua facite, ut scire possitis, quid nobis in reliquis agendum sit.a Martens (gest. in Aalst am 28. Mai 1534, etwa 85 Jahre alt) besass schon 1518 hebräische Lettern; ausser dem beschriebenen Wörter buche kennt man nur zwei 1) [Für manchen Leser der H. B. dürfte es nicht überflüssig sein za bemerken, dass die zu Anfang des 16. Jahrh., unter mannichfachem Einfluss von Juden (vgl. Jüd. Lit. § 23 u. Gesenius, Gesch. d, h. Sprache, § 32) sich entwickelnde Thätigkeit von Christen auf dem Gebiete der hebr. Philologie, wegen ihrer Beziehungen zur Renaissance und Reformation von grosserem Interesse ist, und dass die als Incunabeln jener Wissenschaft zu betrachtenden ersten Ausgaben der einschlägigen Schriften von Pellican, Reuchlin, Cajßito [תFäber“J, Münster, Clenardus, Camjpensisy und getauften Juden, wie Adrian> Böschenstein, grostentheils zu den Seltenheiten gehören, und bei den hebr. Bibliographen mitunter nicht correct angegeben sind. 8t.] 2) In dem Abdrucke, welchen das eben angeführte Werk liefert, steht aliquod mit hinzugefügtem; (sic); unser Exemplar hat aliquot.