Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 3 Mai-Juni
- Date
- 1858-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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70 1617. 22. Feb. Kaiser Matthias gibt die Stätigkeit für die Jaden in Worms. 1623, 2. October. Philipp IV König von Spanien, Herzog von Mailand, gestattet den Hebräern Ahraham Novarra and Cassul in Mailand den schwarzen Hat zu tragen. 1624, 6. Dec. »Wienerisch Judenschaft.״ Ferdinand II ordnet an, dass die Jaden im »untern Wert״ (Leopoldstadt) wohnen sollen. 1629, 2. Mai. Ferdinand II an die Jaden in Prag wegen Anklage gegen Lipptnan Heller. 1632, 23. Nov. »Wienerisch Jadenschaft.‘״ Jurisdiction der Jaden in Wien von Ferdinand II. (Den Jttdenrichtem wird Militär zur Verfügung gestellt and ein Kerker für die za Bestrafenden.) 1638, 23. Juli. Kaiser Ferdinand erlässt ein Gesetz bezüglich derjenigen, die Schuldner der Juden sind, dass dieselben zur Bezahlung verhalten werden sollen. 1661, 21. Juni. Kaiser Leopold verbietet, dass man die Jaden beschuldige oder sie gar bestrafe wegen Gebrauchs von Christenblut. ~ 1685, 28. Juli. Leopold anerkennt die Juden zu Frankfurt a. M. als Eigenthum der Stadt.1) ׳ (Fortsetzung folgt.) Die Tischendorf’sehen Handschriften. (Fortsetzung ▼on 8.18.) Der 2. (eigentl. 1.) karait. Codex enthält eine Sammlung von mehr als 220, angeblich meist unbekannten Hymnen mit arabischen Überschriften. Unter letzteren fiel uns beim flüchtgen Durchblättern der HS. n. 94 auf: רובאמהא יצחק, d. h. offenbar: »Acrostichon״ Isak, wahrscheinlich von ligavit, also die Verbindung der Vers- Anfänge. In den Anecd. sacr. wird n. 20 hervorgehoben, dessen Verfasser den »äuserst seltnen Namen״ Bileam führe. Was es damit für Bewandtniss habe, war dem Sachkundigen leicht zu errathen. Es ist bekannt, dass das karaitische Ritual Gedichte älterer spanischer Rabbaniten enthält (Jew. Lit. p. 345 n. 50); anderseits tauchen seit dem 10״. Jahrh. bei uns Familien-Namen in den Acrostichen auf, darunter auch Balam (Zunz, S. P. 107). Ich war hiernach vorbereitet ein Gedicht von Jehuda Ibn Balam (über welchen vgl. oben S. 44) zu finden; und in der Th&t enthält die HS. nichts anders als das bekannte: בזכרי ע7י משכבי, welches in allen spanischen Festgebetbüchern u. s. w. gedruckt ist (vgl. Landshuth, S. 66). Als Muster*? metrum (וזן ) wird hier in der Ueberschrifb יה הגדה1 והרב angegeben. Wir schliessen hieran eine Mittheilung, welche in den Hamburger Lit. u. Krit. Blatt, vom 19. Mai (N. 40) einem Schreiben des Direktors der k. Bibliothek zu Petersbürg, Baron M.־ v. Korff an den Red. Dr. F. L. Hoffmann, entnommen ist: »In der Zahl der von der Kaiserlichen öffentlichen Bibliothek erworbenen Tischendorf sehen Handschriften befand sich auch ein karaittscher Divan, d. i. eine Sammlung von Gedichten dieser Althebräer, und zwar von noch nicht bekannt gemachten; leider aber fehlte in der Mitte dieses merkwürdigen Manuscriptes eure 1) Ich erlaube mir, diejenigen Herren, "die mit dieser Literatur vertraut sind, schon hier, um ihre Theilnahme für meine Arbeit anzusprechen. Es ist kaum nothig: den Männern ▼om Fache zu bemerken•, dass trotzdem in neuester Zeit vieles aüf jüdisch historischem Gebiete geschehen ist, doch noch weit mehr zu thun übrig sei. Von grossem Nachtheile ist es namentlich, dass wir keinen genauen TJeberblick über das bereits geleistete haben. Ausser den bekannten Werken über jüdische Geschichte findet sich da und dort ein Actenstück, eine Urkunde, Juden betreffend. Es gehet daher meine Bitte dahin, wenn die einen oder die andern der hier mitgetheilten Actenstücke bereits irgendwo gedruckt wären, diese zeitig durch diese Blätter bekannt zu machen, wozu die verehrl. Bedaction im Interesse der Sache gern erbotig sein wird. [Jede solche Mittheilüng wird uns sehr willkommen sein. Red.]