Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 3 Mai-Juni
- Date
- 1858-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2249537-7176599-7176612--0075-2249610- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
66 n. Vergangenheit Die jüdischen Frauen und die jüdische Literatur. Von M. St. *Wie die Verhältnisse der hebräischen Literatur sich überhaupt eigentümlich gestaltet haben, so auch das Erscheinen von Frauen innerhalb derselben in verschiedenön Eigenschaften und unter verschiedenen Umständen. Es ist das Vorkommen und Hervortreten derselben nicht bloss beachtenswert im* Verhältnis zur gleichzeitigen Literatur anderer Nazionen und Sprachen, sondern auch mit Rücksicht auf die Stellung, welche die jüdische Frau im Leben und der Wissenschaft gegenüber einnahm. — Nachdem letzteres — freilich meistens-nach willkürlichen und vom beschränkten Standpunkte biblischer Altertümler erdachten Theorien — durch längere Zeit Gegenstand literarischer Erörterungen und Controversen gewesen, ist in neuerer Zeit und nicht ohne Erfolg auf die Wirklichkeit — dabei freilich wieder meist auf die allernächste Vergangenheit und Gegenwart — hingewiesen worden.1 2 *) Eine Zusammen- Stellung [von Facten aus dem Bereiche der eigentlichen Literatur ist gewiss auch für die Frauenfrage im Judentum überhaupt nicht ohne Interesse. An gegenwärtiger Stelle kann jedoch hierbei, wie überhaupt, unser Hauptzweck und leitender Gesichtspunkt nur der literarische selbst sein, und wir müssen, abgesehen von gelegentlichen Andeutungen, es Andern überlassen, den hier gesammelten Stoff zu weitem Ausführungen zu benutzen. Wir beabsichtigen in einer Rete von Artikeln aus den Quellen, und mit Angabe derjenigen, die uns bekannt und zugänglich sind, Nachrichten zusammenzustellen über Frauen, welche an der jüdischen Literatur imd Wissenschaft entweder tätigen Anteil genommen, oder einen Einfluss auf dieselbe ausgeübt, oder durch irgend einen Umstand mit Literatur und Wissenschaft in eine nähere Verbindung getreten. Bei der Anordnung unseres Stoffes, der durchaus nicht auf Vollständigkeit Anspruch macht (so dass jede Ergänzung uns willkommen sein wird), werden wir innerhalb der einzelnen Gruppen meistens die historische oder alphabetische Reihen־ folge beobachten. Wir beginnen mit einer Reihe von Damen, deren Thätigkeit in der hebräischen Literatur am weitesten von dem weiblichen Berufe und Geschmack abliegend, zwar zu der äussersten Gränze des Schriftenthums gehört, aber auch den bedeutendsten Einfluss auf die Verbreitung desselben ausgeübt hat: Es sind diess: I. Druckerinnen und Setzerinnen• Dass jüdische Frauen auch an Guttenbergs schöner, aber ihre Ausüber durchaus nicht verschönernder Kunst sich professionsmässig betheiligt, ist erst kürzlich, bei der ersten allgemeinen Abhandlung-über die jüdische Typographie hervorgehoben worden.8) Es sind dort fünf Frauen als Setzerinnen genannt, wir nennen liier mehr 1) Für das Mittelalter lieferte erst Zum eine kurze, aber in der bekannten Weise des Meisters gründlich gearbeitete Darstellung (zur Gesch. u. Lit. 1845 S. 1703־) in der ,Characteristik* der deutsch־ französischen Judenheit, aus welcher, mit Weglassung der Quellen, die angeblichen ,Lebensbilder* in dem Jahrg. 1855 des ,Volkskalender* von Liebermann ohne Wissen des Verf. fabricirt sind. 2) Im Artikel Jüdische Typograhie und jüd. Buchhandel in der Allg. Bncykl. herausg. von Brach und Gräber, Sect. II Bd. 28 (1851) S. 29. —׳־ Mit dem Thema beschäftigte sich schon Cf. & Seltner, der