Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 3 Mai-Juni
- Date
- 1858-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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51 Ritus, welches in einem sachlichen Zusammenhang mit dem Werke die ,synagogale Poesie״ steht, aber den Stoff von einem, sowohl für Literatur-Geschichte als für eine Hauptfrage des modernen Cultus äusserst wichtigen Gesichtspunkte behandelt. Der Streit, welcher zwischen dem englischen Bischof von Jerusalem (Gobat) und dem englischen Consul Finn [vgl. oben S. 13 N*. 45], Schwiegersohn Maccaul’s [vgl. oben S. 26], ausgebröchen, wird unvermeidlich eine Reihe von Pamphlets ins Leben rufen, deren Erstlinge wir bereits in dieser Nummer anführen konnten. — Für jüngere Mitglieder der Universität JEdinburgh hat der Grai/s Prize-E88ay Fund als Preisaufgabe gestellt: eine Abhandlung über die Uebereinstimmung zwischen der wissenschädlichen Geologie und der Mosaischen Schöpfungsgeschichte. Der Preis beträgt 30 £ (200 thlr.). . Dm Triumvirat des ,Instituts* hat in einer heitern Conferenz-Stunde decretirt, dass eine Real• Encyclopudif des Judenthums ,oder ein jüdisches Conversationslexicon* herausgegeben werde, und im vorigen Jahre mit grosser Zuversicht den ersten Band von 50 Bogen versprochen, in der Voraus- Setzung,, dass die aufrufordernden Mitarbeiter dM Ihrige thun werden.. In der ,Einladung zum 4. Jahre* heisst es jedoch: ,Hingegen erfordert die projectirte R.-E. d. J. so grosse Vorarbeiten., dass wir erst mit dem folgenden Jahre den Beginn dieses grossartigen Unternehmens an 4m Licht treten sehen können.* Dass Männer, denen die jüdische Wissenschaft ein ernstes Studium ist, wie Zunz, Rapoyort, Luxiatto u. A., nicht zu den Mitarbeitern gehören, wird wahrscheinlich wieder einige leichtbeschwingte Federn gegen sie in Bewegung setzen. Jedenfalls ist es in unsrer Schriften-Fabrications-Periode ein erfreuliches Zeichen, dass es unter den Mitarbeitern einige geben muss, die für das jüdische Conversationslexicon noch ,Vorarbeiten* für notlug halten. Der Reisende J. J. Benjamin aus •Foltitschein (in der Moldau], dessen in einem hebräischen Reisemanual verzeichneten Notizen in deutscher Bearbeitung demnächst die Presse verlassen sollen (vgl• oben S. 37 N. 110), fühlt sich durch die Bemerkung B, Beer1 s (im Wiener Jahrb. f. 5618), dass der Inhait des früher veröffentlichten französischen Werkes ״grösstentheils aus verschiedenen, mehr oder weniger zuverlässigen Büchern und Mittheilungen ohne Auswahl zusammengetragen sei,״ zur Erklärung (A. Z. d. J. N. 24 S. 324) gedrungen: ,dass er keine einzige Thatsache berichtet habe, welche er nicht aus eigener Anschauung gelernt;״ was er nicht selbst erfahren, sei ausdrücklich als solches bezeichnet. Er beruft sich auf Schriftstücke, — welche nach der Bemerkung der Red. ,den vollen Stempel der Aechtheit tragen,״— die seinen Aufenthalt in verschiedenen Ländern des Ostens bezeugen. Zu dem Schreiben Humboldts an den Yerf., welches früher in der A. Z. d. J. mitgetheilt worden, fügt Hr. B. jetzt die Empfehlung des Prof. H. Petermann in Berlin, in welcher es u. A. heisst: ,Trotz der Vorliebe für seine Brüder, verschweigt er doch nicht ihre Fehler, ihren Mangel an Bildung, ihren Aberglauben, wo er sich ihm zeigt, und überhaupt tragen seine Berichte den Stempel der Wahrheit und Glaub- Würdigkeit.״ Einen warmen Fürsprecher hat nicht bloss.. Hm. B.’s Vergangenheit, sondern auch seine zukünftige Weltreise an einem Berliner Correspondenten der A.Zeitg. d.J. (N. 17 S. 234 J1) gefunden, dessen Chiffre K. und die hervorgehobene Ueberemstimmung der Reiseberichte mit den Nachrichten des Pedro Teixera (so ist zu lesen) uns einen guten Bekannten verrätH. — Diesmal kommt die entschiedenere Kritik aus Frankreich! Der TJnivers I8r. (Jtiniheft S. 417) wunderte sich über die ,unglaubliche Uebertreibung״, mit welcher deutsche Journale sich zu Gunsten des s. g. Benjamin H aussprechen. Seih französisches Werk wird ,eher eine Copie als ein Originalwerk״ genannt, über die Person selbst werden Mittheilungen gemacht, deren Wiederholung wir uns nicht erlauben dürfen, da wir die Verantwortlichkeit nicht übernehmen wollen. Es wird geradezu in Abrede gestellt, dass Munk u. A. dem Reisenden Instructionen gegeben, vielmehr ,hätte man erkannt, dass derselbe nicht die Kenntnisse besitze, welche nothig seien, um für die Wissenschaft nützliche Reisen anzustellen, er spreche verschiedene Jargons, aber nicht acht Sprachen u. s. w.״ Der TJnivers ermahnt die Deutschen sich in Acht zu nehmen! Für uns hat es dieser Warnung nicht bedurft. Wir haben Hm. B. und seine Schriften und Reisen so lange zu berühren gemieden, bis unser Schweigen hätte missdeutet werden, können. Schreiber dieser Zeilen hat"auch Hm. B. selbst nie gesehn und mit dessen Person- 1) Derselbe Artikel ist aus Jesehurun englisch übersetze im Jew. Chron. N. 1818.195. — Der mit — r bezeichnete Artikel der Sohlet, Zeit. v. 12. Juni (N. 267 S. 1454; soll von einem bekannten Breslauer Kritiker herrühren (?).