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Hebraeische Bibliographie · 1858-05-01 · No. 3 Mai-Juni · p. [Seite]

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Journal
Hebraeische Bibliographie
Volume
Band I. 1858
Issue
No. 3 Mai-Juni
Date
1858-05-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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50 das 2. Heft fertig, noch der Schluss des 1. Heftes zu haben. Wir berichten aus der authentischen Quelle, an welche jene Nachricht die Käufer weist. In Johannisberg, einem Epigonen unter den hebräischen Druckorten, wird das Werk Ohel Jakob des sogenannten Dubno’er Maggid (Jakob) über die drei letzten Bücher des Pentateuch von dem Verleger (und Schriftsteller) Abraham Schick herausgegeben. Die Königsberger drei hebräischen Pressen, welche aus der vormals Samter’- sehen Officin hervorgegangen sind, arbeiten rastlos und mit Energie, aber man mochte auch ihnen zurufen לא בחיל ולא בכת! An der Thätigkeit dieser Pressen wird einst ein interessantes Stück Literatur-, Cultur-, ja sogar Rechts- und politische Geschichte studirt werden. Wir haben jedoch triftige Gründe, uns vorläufig jeder allgemeinen .Besprechung dieser‘Pressverhältnisse zu enthalten; vielleicht wird uns die Anzeige mehrerer vorliegender Novitäten darauf führen. Hfn diesem Augenblick herrscht dort die Elia ־ Wilna - Literatur in einer Ausdehnung, die-der jüdischen, vielgeplagten Kritik eine neue Plage bereitet. Wir erhalten angebliche Commentäre oder Anmerkungen zu verschiedenen alten Werken der Halacha und Kabbala: Sifra, Sifriy Mechilta, Pe8ikta9 Jezira, Sohar, Tikkunim u. A. m. — Von den Scheeltot des Achai soll eine mit Benutzung von Oxforder HSS. besorgte Ausgabe vorbereitet werden. In Szitomir und auch in Wilna (wo die Druckerei auf den Sohn des verstorbenen Röm [s. oben S. 40] übergegangen) wird an neuen Ausgaben des babyl. Talmud gearbeitet, der gesucht und theüer geworden ist S. Bacbnr in Szutsan übersetzt Philippson's Tragödie ״Jojachin“ ins Hebräische, was letzterer, um ״einer etwaigen Concurrenz vorzubeugen“, zur allgemeinen Kenntniss bringt. Hoffentlich ist das MS. bei dem in jenem Orte ausgebrochenen Feuer nicht verunglückt! — D. Ebrmann hat, wie wir vernehmen, einen Prospectus zur Herausgabe einer deutschen vollständigen Uebersetzung des En Jakob veroffentlicht. Das Unternehmen ist bereits anderswo als ein ״unzweckmässiges“ bezeichnet und dabei hervorgehoben worden, dass der Unternehmer selbst einzelne Stellen von der Uebersetzung ausgeschlossen. Es ist aber weder die Rede von dem Verhältniss des En Jakob selbst als einer Chrestomathie zum Talmud, geschweige von dem der gewöhnlichen Ausgaben zu der Originalausgabe (von der uns nur ein vollständiges Exempl. im Brit. Mus. bekannt ist). Von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus erscheint die Uebersetzung des En Jakob in der That als ein ״Anachronismus“; für uns sollte es doch .wohl andre Kriterien für eine Auswahl der Haggada geben, als für den in Salonichi am Anfang des XVI. Jahrh. hebräisch schreibenden spanischen Exulanten Jakob Chabib? — Kayserling’s Romanische Poesien der Juden in Spanien und Landsberger's Ausgabe der aram. Fabeln sind unter der Presse. — Von Dr. M. Rapoport in Lemberg erscheint eine Bearbeitung der (aller?) Psalmen in deutschen Versen. — Von J. Popper erscheint im Laufe dieses Jahres ״der biblische Bericht über die Stiftshütte.“ — Hr. Schütz, Religionslehrer zu Cleve, beabsichtigt u. d. T. דברי חיים hebräische Homilien über die Propheten-Abschnitte (Haftarot) herauszugeben, welche meist aus wirklichen Vorträgen entstanden, zu solchen wieder benutzt werden sollen. — Endlich haben wir wieder von den Nestoren der jüdischen Wissenschaft, die freilich nicht mit der Telegraphie der Tagschreiber gleichen Schritt halten, nach längerem Zwischenraum Grosseres zu erwarten: den 2. Th. des A. 1852 erschienenen talmudischen Realworterbuchs von Rapoport, welches trotz der wegwerfenden Bemerkungen eines Kritikers, der für seine Referate einen eigenen Maassstab hat, studirt werden wird,, und ein Werk von Zanz über die Geschichte des jüdischen.

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