Hebraeische Bibliographie
- Journal
- Hebraeische Bibliographie
- Volume
- Band I. 1858
- Issue
- No. 1 Januar-Februar
- Date
- 1858-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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2 bekannt zu machen. ’Wir benutzen dazu die uns zu Gebote stehenden zahlreichen bibliographischen und literarischen Blätter, aber am liebsten die Schriften selbst, und hoffen, dass Verleger, Herausgeber und Schriftsteller, in ihrem eigenen Interesse, uns hierbei durch schleunigste Zusendung von Schriften und Verzeichnissen unterstützen,werden. Wir wollen in diesem Falle uns bemühen, darüber etwas Charäcteristisches, wo möglich vom Standpunkt des Verfassers selbst, anzugeben• Eine kritische Besprechung der neuesten Erscheinungen auf einem* so7 weitschichtigen vGübiöfe,!wie das unsrer Bibliographie, wird Niemand,-der an die Kritik einen mehr als frivolen Anspruch macht, von uns erwarten. Aber auch innerhalb unseres engeren Kreises wäre eine schnelle und doch hiebt übereilte Kritik* nur *möglich, wenn das Judenthum der Gegenwart einen eigentlichen Gelehrtenstand und ihm entsprechende Institutionen hätte, wenn seine Wissenschaft überall gehörig gewürdigt wäre, um, zu ihrer Vertretung an den allgemeinen Institutiönen ebenbürtige Männer zu berufen, zum Theil auch nur zu dhlden. Diese Behauptung zu begründen, und ihre, in weiteren Kreisen fühlbaren, schädliehen Wirkungen nachzuweisen , wird zum Theil die Aufgabe unseres Blattes sein. Als Factum können wir es hinstellen, dass es nur wenige bedeutende und wissenschaftliche Pfleger der jüdischen Literaturkunde, als solcher, giebt, unter ihnen aber die meisten nicht pflicht- und berufsmässig, sondern von freien Stücken sich dem, jedes äussern Lohnes entbehrenden, im Judenthüm würzeljideti Triebe der Forschung hingeben; was freilich nicht ohne allen Vortheil für diese Wissenschaft selbst bleibt, aber den Maasstab unseres Unternehmens nothwendig verkürzt. Nur innerhalb des engsten Kreises der jüdischen Literaturgeschichte und Bibliographie selbst werden wir einer ernsten und strengwissenschaftlichen Kritik Raum geben, welche den Werth: des Geleisteten mit Rücksicht auf die vorhandenen und benutzten Quellen zu ermitteln sucht. Es bedarf für Viele kaum der Erwähnung, muss aber doch ein für allemal bemerkt werden, dass unser Standpunkt nirgends ein religiöser oder theologischer, sondern stets der literarische ist. Wir scheuen es nicht für das Schriftenthum der Juden in seinem Zusammenhang die Bezeichnung ״national“ zu gebrauchen, und werden dieselbe* gelegentlich röchtfertigen. Die Befürchtung religiöser, politischer und socialer Folgerungen und Trugschlüsse aus dieser Bezeichnung kann für'unser Blatt von gar keiner oder höchst untergeordneter Bedeutung sein, indem wir den Kampf und Sieg auf dem dankbaren Felde religiöser und politischer Controverse den hierzu berufenen — und unberufenen — Federn überlassen. ״Wer herrschen will, muss sich beschränken lernen“, das ist ein WahlsprUch, dessen unsere nach Universalismus strebende Zeit am meisten bedarf. Und scheint schon das Wesen unseres Unternehmens eine Missachtung dieser weiseü Regel, öö werden wir dieselbe um so mehr in der Richtung und Haltung unsrer Bömerkungen zur Geltung bringen. Wir; werden manches zu referiren haben, was unserer innersten Ueberzeugung widerspricht, ohne auf eine Erörterung eingehen zu können, und prötesören von vorne herein gegen jede Verant- Wörtlichkeit für den Inhalt unserer objektiven Berichte; geben auch gerne zu, dass das Herausgreifen von Einzelnheiten sehr leicht die gerechte Würdigung eines Buches beeinträchtigt. Um so mehr werden wir uns Genauigkeit und Zuverlässigkeit sachlicher Mittheilungen zur Pflicht machen, sachkündige Berichtigungen und wesentliche Ergänzungen mit Dänk aufoehmen.