Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1884 (über das Jahr 1883) als Extra-Beilage
- Date
- 1884-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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"X* 2 Leider zu einem die Armen und Hülfl osen schwer treffenden Schlage, nämlich zur allgemeinen Reduction der bereits schon schmal genug bemessenen Quartalunterstützung zahlreicher mit Not und Entbehrung ringender Familien, deren zuverlässigste Stütze bis jetzt der Almosenkasten gewesen ist. Diese Reduction würde um so schwieriger zu vermeiden sein, als gewisse Ausgaben, wie jährliche Beiträge für die Pflege verwahrloster Kinder rc., überhaupt keiner Einschränkung unterworfen werden können. Ehe die Verwaltung einen so verantwortungsvollen Entschluß faßt, erlaubt sich dieselbe nochmals ihre bittende Stimme zu erheben, damit eine solche Maßregel, welche für manchen Armen verhängnisvolle Folgen haben könnte, von unseren bedrängten Brüdern abgewendet werde. Ihrerseits wird die Verwaltung ihre Pflicht thun und, unterstützt durch die im letzten Jahre gewonnenen Kräfte, die äußersten Anstrengungen machen, namentlich aber sich dringend und persönlich an die überaus zahlreichen, wohlhabenden Gemeindemitglieder wenden, welche aus Unkenntnis der Verhältnisse bis jetzt dem Almosenkasten fern geblieben sind. Wir dürfen als allgemein bekannt voraussetzen, daß die Gaben des Almosenkastens vorwiegend hier verbürgerten, verschämten israel. Armen zu Gute kommen, welche ja den nächsten Anspruch an den Beistand ihrer hiesigen Glaubensgenossen haben; ferner, daß bei der Verteilung der Spenden nach erfolgter strengster Prüfung nur die Hülfsbedürftigkeit und der moralische Werth der Petenten maßgebend sind. So hoffen und vertrauen wir auf einen für unsere Armen segensreichen Erfolg. Es erübrigt uns noch herzlichen Dank zu sagen allen denjenigen,^welche uns im Laufe des letzten Jahres mit Beiträgen und Spenden bedacht haben. Frankfurt ZaJM., imAebruar 1884. Das Wrgamt^des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde Arthur May, Vorsitzender. Aerdinand Hamburg, Schriftführer. M. Holdschmidt-Kirchheim?) Waphael Kirchheim,*) M. W- Schkestnger,' s Wud. Strauß, Ielir Sachs, 'Dh. W0NN, Cassier. Anton Korkheimer, Gegenschreiber. I. Snatich, Alfred Uofentßal, . Armenpfleger. Gaben werden entgegengenommen von den Herren Ph. Bonn, Schützenstraße 12; M. Goldschmidt-Kirchheim, Bornheimerstraße 15; R. Kirchheim, Sandweg 38; B. W. Schlesinger, kleine Pfingflweidstraße 7; I. Snatich, Bleichstraße 10; F. Sachs, Langestraße 1. *) Bei denselben kann auch Aurkunkt über die Unterstützungsbedürstigkeit hier wohnender Armen eingezogen werden. ■«gi Mi’C» / stadtbicLiot: fbasxflti;t n iw