Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1922 (über das Jahr 1921)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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— 5 — Bei der heurigen Geldentwertung möge jeder sich der Tatsache erinnern, daß wir früher mit 100 Mark weit mehr helfen konnten, als heute mit 1000 Mark. Unser Arbeitsgebiet ist unseren Freunden bekannt,' es wächst non Tag zu Tag. Altersversorgung, Mittelstandshilfe, Kinderfürsorge, Vormundschaft, Beihilfe zur Aufrechterhaltung der Existenz, Krankenhilfe und Lebensmittelbeschaffung sind nur einige Gebiete aus unserem reichen Arbeitsfeld. Erwähnt sei, dast wir im abgelaufenen Jahre eine Sammlung veranstaltet haben, uni Brot und Kartoffeln unter die Notleidenden verteilen zu können und wir waren in der Lage, eine noch andauernde Hilfsaktion in die Wege zu leiten. Neben den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Beträgen haben uns andere Freunde Kartoffeln unter dem Marktpreis überlassen, wieder andere haben uns für kostenfreie Verteilung der Kartoffeln an die Notleidenden gesorgt. Ihnen allen unseren innigsten Dank. Für die Versorgung mit Mazzoth haben wir, den gesteigerten exorbitanten Preisen entsprechend, diesmal sehr beträchtliche Summen aufwenden müssen. Auch xn der Lebensmittelverteilung (Mehl, Zucker, Reis) sind wir von unseren Freunden in anzuerkennender Weise unterstützt worden. Unsere Sammeloormundschaft hatte 288 Kinder zu betreuen. Die hiermit seit Jahren in Verbindung stehende Kommission für jüdische Kinderfürsorge, welche von uns in Gemeinschaft mit dem Israel. Hilfsverein ins Leben gerufen wurde und deren finanzielle Träger wir gemeinsam sind, hatte auch in diesem Jahre wieder ein reiches Feld für ihre Betätigung. Zur weiteren Erfüllung aller dieser Aufgaben müssen wir immer unsere Bitte wiederholen: „Gebe jeder nach der Kraft seiner Hände". „Freunde» helft uns so oft und wo immer Ihr könnt". Im vergangenen Jahre sind wir, wie in den Vorjahren, unterstützt worden vom Heinrich T. Bauer-Fonds, der Max und Rosalie Vudge- Stiftung, der Cohen-Kuhn'schen Stiftung für wohltätige Zwecke, Esras Jisroel und Esras Noschim, Fürsorgekasse der Israel. Religionsgesellschaft, Jsaac und Bertha Glazier-Stiftung, Galizischen Hilfskomitee, Jugend-Amt, Jlld. Frauenvereinigung, Dr. Carl und Mathilde Kaufmann-Stiftung, M. I. Kirchheim'- schen Stiftung, Königswarter'schen Familienstiftung, Freiherr Wilhelm Karl von Rothschild'schen Stiftung, Franz Rücker-Stiftung, Weibl. Fürsorge, Wohlfahrtsamt und von „Ungenannt" durch die Rechtsanwälte, Justizrat Fuld, Dr. Eduard Baerwald und Dr. Rud. Geiger.