Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Journal
- Bericht des Pflegamtes des Almosenkastens der israelitischen Gemeinde über dessen Wirksamkeit im Jahre ...
- Volume
- 1922 (über das Jahr 1921)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 — Männern und Frauen zu danken, die ihre Kraft in den Dienst des Almosenkastens gestellt haben. Mit nicht genug zu schätzender Pflichttreue und hohem sozialen Verständnis arbeiten tagtäglich unsere Pfleger, sowie unser nimmermüder Senior, Herr Philipp Schiff. Wohl finden diese edlen Helfer ihren Lohn in der Befriedigung, die sie ob der Erfüllung ihrer sozialen und philanthropischen Pflichten empfinden, aber es mutz gesagt werden, datz diese anstrengende, manchmal unerfreuliche Arbeit unserer Pfleger lange nicht genug Anerkennung findet — Anerkennung, die sich auswirken mutz, nicht nur in der Zuwendung von Gaben, sondern auch in wohlwollender, freudiger, intensiver, persönlicher Arbeit. Heute mehr als je, da uns Mitarbeiter durch zunehmendes Alter und die Folgen der wirtschaftlichen Lage entzogen werden, müssen wir wieder den dringenden Appell an unsere Freunde und Freundinnen richten, Stellen Sie sich in unsere Arbeit. Jeder, der soziales Empfinden hat und in der Lage ist, seine Vormittagsstunden unserer Arbeit widmen zu können, ist uns willkommen. Wir können nur dann unsere Arbeit ersprietzlich fortsetzen, wenn uns neue Mitarbeiter erwachsen. Einer unserer verdientesten u. treuesten Pfleger, Herr Eduard Stern kann uns nur in eingeschränktem Matze seine Arbeitskraft weiter widmen — wir verbinden unseren herzlichen Dank für seine treue Mithilfe mit der Hoffnung, datz es ihm noch lang vergönnt sein möge, uns im Rahmen der Mögliches weiter zu dienen. Herr Carl Bendit, dem wir ebenfalls für seine seitherige Pflegetätigkeit herzlich danken, hat uns leider, wegen anderweitiger Verpflichtungen verlassen müssen. Reu eingetreten ist Herr Machol Straus, der sich als ein sachverständiger und wohlmeinender Mitarbeiter bewährt. Es ist uns allen klar, datz die wirtschaftliche Lage sich weiter zunehmend für viele unserer Glaubensgenossen verschlimmert hat, namentlich die Kreise der Beamten und des Mittelstandes haben schwer unter der Teuerung der Lebensmittel, der Kohlen, der Kleidung und der Wohnungsmieten zu leiden. Unsere Aufgaben wachsen ins Ungeheuerliche. Deshalb mutz die Mithilfe unserer Glaubensgenossen ingleicher Progression wachsen. Wir müssen dankbar anerkennen, datz wir einen grotzen Kreis von Freunden haben, die uns bisher stets mit reichen Mitteln versehen haben, so oft wir an ihre offene Hand und ihr fühlendes Herz einen Appell richteten; einen grotzen Kreis von Freunden, die bei jedem freudigen Anlatz, den ihnen Gott bescherte, und bei jedem Schicksalssckilag, der ihr Herz erschütterte, auch unseres Almosenkastens gedachten, und wir hoffen mit Zuversicht auf diese Freunde auch in aller Zukunft.