... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 14.1921 (1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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üicrzehmcr Jahresbericht. Als vor 14 Jahren unsere „Jüdische Frauenvereinigung" ins Leben trat, ahnten wir trotz aller Notwendigkeit ihrer Gründung nicht, daß sie sich in der heute festzustellenden Weise entwickeln und ihr Arbeitsfeld nach so vielen Richtungen hin ausdehnen sollte. Unendliche Arbeitsleistungen, große Geldmittel waren nötig, und zahlreiche Erfahrungen haben uns in den Stand gesetzt, das Programm, das damals in den Satzungen der Jüdischen Frauenvereinigung niedergelegt wurde, einzuhalten. Dies danken wir vor allem der ansehnlichen Zahl von rastlosen Mitarbeiterinnen, ohne die es kaum möglich gewesen wäre, die stetig anwachsende Arbeitslast der Kriegs- und Nachkriegszeit zu bewältigen und hoffen zuversichtlich, daß mit dem erhöhten Pflichtenkreis auch die praktische Anteilnahme an unserer Arbeit fortdauernd zunehmen möge. Die Hauptarbeit unserer Jüdischen Frauenvereinigung ist die wirtschaftliche Fürsorge, sie ist ein großes Tätigkeitsfeld für sich. Unermüdlicher Anspannung aller Kräfte bedarf es, um den Witwen und Waisen, den Wöchnerinnen und ihren Säuglinge», den Flüchtlingen und Arbeitsuchenden, den Kranken und Hungernden zu Hilfe zu kommen, den durch die wirtschaftlichen Umwälzungen erst Armgewordenen eine Stütze zu fein, die Beschaffung von Lebensmitteln, Heizmaterial, Kleidern, Wäsche, Möbeln, Betten und Maschinen zu bewerkstelligen, Mietebeihilfen und Badekuren zu ermöglichen. Unser inniger Dank sei all den edlen Spendern ausgesprochen, die uns in großmütiger Weise Lebensmittel und sonstige reichliche Spenden zuwandten, ebenso dem Herrn Verlagsbuchhändler Ör. Felix Kauffmann und den Herren Ledermann & Co., die in liebenswürdigster Weise die Drucklegung dieses Jahresberichtes ermöglichten. Unendliche Anforderungen an unsere Geldmittel und an unsere Arbeitskraft möchten unsere Freunde und Mitglieder immer und immer wieder zu weiterer opferfreudiger und hilfsbereiter Mitarbeit veranlassen, damit wir in dieser furchtbaren Nachkriegszeit auch ferner erfolgreich im Sinne der Nächstenliebe wirken und schaffen können.' Unsere Nähstube, welche schon vor dem Kriege ihre segensreiche Tätigkeit begonnen hat, wird immer noch von einigen Damen, welche ihre Zeit und Kraft in den Dienst dieses Wohltätigkeitswerkes gestellt haben, mit ungemindertem Eifer fortgeführt. Auf diese Weise ist es uns auch in diesem Jahre möglich gewesen, selbstgefertigte Wäsche an bedürftige Familien, speziell an Wöchnerinnen und Säuglinge zu verteilen. Viele Stoffe wurden uns zur Verarbeitung geschenkt und wir sprechen hierdurch allen Gönnern unseren herzlichsten Dank aus.