... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 8.1915 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 Aus der hebr. Grammatik wurde das Eigenschaftswort, das Zahlwort und die Vokalisation durchgenommen. Von der biblischen Geschichte wurden die babylonische Gefangenschaft, עזרא und נחמי׳ sowie einzelne Bilder aus der nachbiblischen Geschichte durchgenommen. Auf die Feiertage wurde jeweils mit Betonung der דינים hingewiesen. In diesem Jahre konnten wir auch wieder die Feier des חמשה עשר בשבט in der üblichen Weise begehen und die Kinder, dank der Güte einiger Spender, mit praküschen Geschenken erfreuen. Bei dieser Gelegenheit wurde uns von Freunden der Schule, insbesondere von Herrn Emil Lehmann, eine größere Anzahl von Gebetbüchern zur Verteilung an die Kinder überwiesen. Unterstützungstätigkett. Durch die lange Dauer des Krieges sind an unsre Tätigkeit wesentlich erhöhte Ansprüche gestellt worden, zu deren Befriedigung wir bedeutend höhere Mittel aufbringen mußten. Es wurden notleidende Familien mit Geld, Hausgerät, Kleidung und Wäsche unterstützt. Durch Verteilung von Lebensmitteln erleichterten wir verschiedenen Familien die schwere Zeit der Teuerung. Kranken wurde Milch, Heilmittel und Beihilfe zu notwendigen Kuren von uns verabfolgt. Einer Reihe von Wöchnerinnen aus Flüchtlingskreisen verhalfen wir zur Aufnahme in ein Krankenhaus und sorgten für Pflege und Beaufsichtigung ihrer Kinder. In Würdigung der hohen Bedeutung gesunder Wohnstätten ließen wir uns die Beschaffung entsprechender Wohnungen für arme Familien besonders angelegen sein und gewährten in ausgiebiger Weise Beihilfe zu Mieten. Nicht minder galt unsere Fürsorge der Berufswahl junger Leute, denen wir in vielen Fällen Lehrstellen und Arbeitsgelegenheit verschafften. Wir unterstützten sie auch mit Mielbeisteuer und Verköstigung. Jungen Mädchen und Knaben, die als Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet hier Zuflucht suchten, standen wir bei. Unterkunft und Arbeit zu finden. Zu den Feiertagen, ganz besonders zum Pesachfeste wurden außer den hiesigen auch Osfenbacher Familien mit Unterstützung bedacht. So fand auch eine Geschirrverteilung zu Pesach statt. 41 bedürftige Familien wurden mit Geschirr, Töpfen und Bestecken zur rituellen Begehung des Pesachfestes versehen. Wenn es auch nicht möglich war, allen Bitten nachzukommen, so war es doch der Hilfsbereitschaft einer Reihe von edlen Gebern zu danken, daß die dringendsten Fälle berücksichtigt werden konnten. Klei-er-epot. Das Kleiderdepot, das hauptsächlich der Unterstützung von Fluchtlingen diente und in diesem Sinne im verflossenen Jahre sich außer-