... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Journal
- ... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
- Volume
- 4.1911 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2045206-10027345--073-2045275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 entfalten eine sehr segensreiche Tätigkeit, indem sie persönlich Umschau in den Wohnungen bedürftiger Armen und Kranken halten, Mißstände absiellen und besonders verschämten Armen in oft verzweifelten Fällen mit Rat und Tat zu Hilfe kommen. Warmer Dank gebührt den Damen, die bei diesem wahrhaft menschenfreundlichen Werke Mitwirken. Dringend wünschenswert erscheint es aber, das Interesse weiterer Mitglieder für diesen Zweig unserer Tätigkeit zu erwecken. Jede Hilfeleistung für diese Aermsten der Armen ist willkommen, persönliches Eingreifen an Ort und Stelle oft von entscheidender Wirkung für das Schicksal der Hilfesuchenden und ihrer Angehörigen. Vermittlung von Unterricht. Durch die freundliche Betätigung mehrerer Mitglieder der „Jüdischen Frauenvereiniguug" wurde im Laufe des Jahres 1911 an 9 Schüler und Schülerinnen gratis Unterricht erteilt. Es handelte sich in den meisten Fällen um Nachhilfe in Elemeutarfächern und Hebräisch; eine Schülerin wurde im Französischen unterrichtet. Die Anmeldung weiterer Lehrkräfte ist stets erwünscht. Tätigkeit auf geistigem Gebiete. Von neuem zeigte es sich im vergangenen Jahre, daß in unfern Kreisen ein ausgesprochenes Bedürfnis nach Belehrung und Anregung auf geistigem Gebiete herrscht. Unsere Darbietungen fanden stets ein zahlreiches Auditorium; viele Damen beteiligten sich auch aktiv an den Referaten, Vorträgen und Diskussionen. Wir können dabei mit Genugtuung ein stets zunehmendes Jntercffe feststellen und dürfen annehmen, unfern Mitgliedern das Richtige geboten zu haben. Ganz besonders tritt die wachsende Beteiligung an den Diskussions-Nachmittagen zu Tage, die außerordentlich gut besucht waren, und bei denen ein reger Meinungsaustausch stattfand. Es kann wohl behauptet werden, daß diese Zusammenkünfte in vielen Fragen, namentlich auf sozialem und pädagogischem Gebiete, klärend und anregend wirkten. Es sei an dieser Stelle allen Damen und Herren, die uns ihre Zeit und Kraft in so uneigennütziger Weise zur Verfügung stellten, der wärmste Dank ausgesprochen.