Mannheim
Compact Memory

... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M. · 1912-01-01 · 4.1911 (1912) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
... Jahresbericht der Jüdischen Frauenvereinigung e.V. zu Frankfurt a.M.
Volume
4.1911 (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2045206-10027345--072-2045274
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 andere pekuniäre Leistungen suchten wir nach Kräften zu erfüllen, wobei wir uns stets durch den Augenschein überzeugten, daß die uns gemachten Angaben den Tatsachen entsprachen. Mit solchem einmaligen Eingreifen wäre aber wenig genützt gewesen. Es hieß vor allem, den Leuten zur Seite zu stehen, daß sie sich einen dauernden Erwerb schaffen konnten, was sich auch recht oft bewerkstelligen ließ. Ueber diese, armen Fremden geleistete Hilfe wurde doch nicht der hier heimischen Bedürftigen vergessen, die durch Arbeitslosigkeit oder Krankheil in Not gerieten. Mehrfach sorgten wir für Aufnahme ins Hospital, bewilligten wir Beiträge zu Kuren in Soden, Nauheim, Kissingen u. a. Heilbädern, ermittelten wir geeignete Pflegestellen für verlassene Kinder und kamen für die Kosten auf. Wie früher haben wir auch in diesem Jahre Bedürftige zur Equipierung an die uns nahestehende „Peah" gewiesen. Ganze Familien wurden dort ausgestattet, wozu die „Frauenvereinigung" die Mittel gewährte. Einem dringenden Bedürfnis ist durch die bewährte Munifizenz unserer hochverehrten Gönnerin der Baronin Mathilde v. Rothschild abgeholfen worden. Auf die Fürsprache der „Frauenvereinigung" gewährte die Frau Baronin eine Summe zur Anschaffung einer Schuhmachermaschine für die „Peah", wodurch es ermöglicht ist, dort den Armen defekte Schuhe für minimale Preise ausbessern zu lassen. Ein weiteres Gebiet unserer Tätigkeit ist die Fürsorge für junge Mädchen, welche von auswärts hier in die Lehre eintreten. Wir sorgen für geeignete Unterbringung in frommen Familien, ev. für Mittagstische, treten in Verbindung mit ihren Arbeitgeberinnen, bei melchen wir nötigenfalls in ihrem Interesse intervenieren, und leisten natürlich auch einen monatlichen Beitrag zum Unterhalt. Schon öfters ist es uns gelungen, Mädchen auf diese Art erwerbsfähig zu machen. In ähnlicher Weise sorgen wir auch in dringlichen Fällen für Lehrlinge. Es wurden — namentlich dank den Bemühungen einiger Damen — 28 jungen Leuten Freitische in Familien oder Pensionen vermittelt. Auf Wunsch der Herren vom Vorstande des Bikkur-Cholim-Vereins E. V. haben einige unserer Mitglieder bereitwillig den Obmann des genannten Vereins in seinen täglichen Sprechstunden unterstützt. Sie

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.