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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. Seite 177

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
Seite 177 (sequence 6)
Language
German
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177 Die Zionisten unterscheiden sich bekanntlich auch dadurch von der Mehrzahl ihrer Stammesgenossen, daß sie den Standpunkt vertreten, die Juden seien ein Volk für sich, das sich durch seine Rasse bestimmt und unabänderlich von den Völkern unterscheidet, unter denen es lebt. Das wurmt natürlich die Verteidiger der Theorie, daß die Juden überall, wo sie auch sein mögen, das Volkstum des betreffenden Landes annehmen und darin aufgehen. Die Rabbinerblätter versuchen mit großem Eifer, jene mit Nachdruck betonte Ansicht der Zionisten als falsch und töricht hinzustellen. So sagt die „A. Z. d. I." a. a. O-: „So lange die Zionisten ihren unfruchtbaren Volkstraum fortspinnen und große Nationalitäts- und Rassenfragen in eine Gemeinschaft hineintragen, die ausschließlich durch das religiöse Element (!) zusammengehalten wird, so lange werdende zu keinem praktischen Resultat kommen. Wir sind nun einmal keine Nation mehr und wer die Raffenfrage in unser Kulturleben hineinträgt, der zeigt dadurch, daß er für die geschichtliche Entwicklung des Judentums nicht das geringste Verständnis besitzt." Wir brauchen nicht zu sagen, wo das geringere Verständnis zu finden ist. Richtiger wäre wohl zu sagen, wo die geringere Aufrichtigkeit zu finden ist. Der Stellungnahme der genannten Blätter den Zionisten gegenüber schließt sich das in Hamburg erscheinende „Israelitische FamilienblaLL" würdig an. In der Nummer 8 vom 20. Februar 1901 schreibt es über eine Berliner Zionisten-Verjammlung: „Wir protestieren mit aller Entschiedenheit gegen die skurrilen Ansichten, die aus jener Versammlung zum wahren und berechtigten Gaudium des politischen und Rassenantisemitismus dort zum Ausdruck kamen. Man höre und staune, was auf dieser letzten Zionistenversammlung an staatsmännischer und allgemeiner — Unklugheit und sachlichen Schiefheiten von einer kleinen Gruppe unserer .eigenen Glaubensgenossen verzapft wurde." Es wird nun berichtet, ein Dr. Schwarz aus Breslau habe über die Anwaltsdebatte im preußischen Abgeordnetenhause geäußert, vom zionistischen Standpunkte muffe man dem Justizminister für seine Offenheit dankbar sein. In der That seien weite Kreise des Volkes von Abneigung gegen die Juden beseelt; wenn der Minister dieser Stimmung Rechnung trage, könne man ihn deshalb kaum tadeln. Und Rechtsanwalt Silbergleit habe Herrn Schwarz sekundiert, indem er gesagt habe: das jüdische und das deutsche Volk hätten sich noch nicht assimiliert und würden es, seiner Meinung nach, niemals thun. (Das scheint in der That ein verständiger Mann zu sein; aber er und seine wenigen Genossen sind Weiße Raben unter den Juden. Der Verf.) Zwischen Juden und Christen gebe es gewisse Imponderabilien, die nicht aus der Welt zu schaffen seien. — Das geht dem „Israelit. Familienblatt" denn doch über die Hutschnur: „Gegen derartige Extravaganzen muß von Seiten aller Verständigen unserer Glaubensgenossen auf das ernsteste Protest erhoben werden.Jener Teil der Zionisten, der in derartigen Versammlungen das große Wort führt, erweist aber nicht nur der deutschen Judenheit den denkbar schlechtesten Dienst, sondern auch seiner eigenen Sache. Es giebt gar kein geeigneteres Mittel, dem Zionismus in Deutschland allen Boden zu entziehen, als durch eine derartige Jdeen-Bundesgenoffenschaft mit dem Antisemitismus." Zionisten gegen ihre Widersacher. Es ist sehr erklärlich, daß die Zionisten ob der ihnen zu teil werdenden Behandlung sehr entrüstet find und bei sich bietender Gelegenheit ihre Gegner entsprechend behandeln. Wie die „StaaLsbg.- Zeitung" Nr. 241 vom 27. Mai 1902 berichtet, hatte der Redakteur des Mainzer „Israelit" die Vermutung ausgesprochen, die Gelder der jüdischen Kolonialbank seien wohl spazieren gegangen; auch hatte er behauptet, die zur Kolonisation 12

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