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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit. · p. [Seite]

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Innerjüdische Polemik und ihre Gehässigkeit.
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Irmerjridische Polemik mtfc ihre Gehässigkeit. Von Or. G. Stille. Wir haben in früher erschienenen Aufsätzen*) wiederholt darauf hingewiesen, wie maßlos und gehässig die jüdische Polemik gegen die Gegner des auserwählten Volkes zu sein pflegt. Darüber wird jeder, der ein Wörtlein gegen die Ebräer riskiert hat, eigene Erfahrungen gemacht haben. Es ist nicht angenehm, sich mit solchen Feinden herumschlagen zu müssen; und nur das Bewußtsein, etwas für unser Volkstum nicht bloß nützliches, sondern auch höchst notwendiges zu thun, kann einen feiner besaiteten Mann dahin bringen, sich in einen Kampf mit so ungleichen Waffen einzulassen. Dazu kommt, daß ein Jude höchst selten wegen Beschimpfung oder Verleumdung von unseren Gerichten bestraft wird. In den meisten Fällen wird die bei jedem Juden durch antisemitische Aeußerungen hervorgebrachte Erregung als strafmildernd oder straflosmachend angerechnet. Deshalb thun sich erklärlicherweise jüdische Journalisten und Redakteure keinen Zwang an, sondern schimpfen weidlich auf jeden Gegner, wie es ihr heißes orientalisches Blut begehrt. Vielleicht liegt für manchen, der eine solche Schimpfflut von jüdischer Seite über sich ergehen lassen mußte, etwas tröstliches oder beruhigendes in der ThaLsache, daß er viele jüdische Leidensgenossen hat. Denn nicht nur jeder Goi, der ihnen nicht gefällt oder der etwas gegen das wirkliche oder vermeintliche Interesse des Judentums unternommen hat, Pflegt von jüdischen Skribenten in erboßter Weise mit saftigen Schmähungen bedeckt zu werden. Die Polemik, welche Juden aus irgend welchen Gründen gegen Stammesgenossen richten, ist nicht viel weniger gehässig, boshaft, ja häufig geradezu „schnoddrig". Die Rabbinerblätter, denen wir seit einigen Jahren unsere Aufmerksamkeit zugewandt haben, bringen im Kampfe gegen feindliche Parteien und Personen oft Ausdrücke von einer Derbheit und Gehässigkeit, die für den unbeteiligten Zuschauer häufig etwas amüsantes, ja komisches an sich haben. Polemik gegen die Zionisten. Unseren Lesern ist es wohl nicht unbekannt, daß den meisten Rabbinern die zionistischen Bestrebungen sehr verhaßt sind. Der immer gern in krassen Ausdrücken sich ergehende M. A. Klausner**) leuchtet seinen Amtsgenossen auch hier als unerreichbares Muster weit voran. In seinem Blatte („Israelitische Wochenschrift") findet sich in Nr. 10, 1899 ein Bericht über eine „Zionistische Vor- *) S. Antisem. Jahrbuch für 1899 (Der jüdische Charakter nach den Rabbinerblättern), 1900 (Die Parteien innerhalb des modernen Judentums) und 1901 (Aus der Kille). •*) Das ist bekanntlich der angenehme Herr, der jedesmal, wenn ein wirklicher oder angeblicher Antisemit wegen einer Strafthat belangt wird, in seinem Blatte' schreibt: „so sind sie alle, alle ohne Ausnahme". — Unsere Leser werden sich des Beleidigungs-Prozesses erinnern, den Dr. Herr Giese im Jahre 1901 gegen Herrn Klausner angestrengt hat; er ist, nachdem der zu sechs Wochen Gefängnis verurteilte Rabbiner Berufung eingelegt und danu der Staatsanwalt sich der Sache angenommen hatte, durch den Urteilsspruch des Landgerichts I vom 21. Februar d. I. endlich beendigt: Herr Klausner muß 500 Mk. Strafe und die Kosten zahlen.

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