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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1903-01-01 · Die Juden in England. · p. [Seite]

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1903
Issue
Die Juden in England.
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Die Jude« m England. Von Oberlehrer Bensemer - Thorn. In meinen „Beiträgen zur Geschichte der Juden in Spanien und Portugal" (Verlag von W. Giese, Berlin W. 35, 1901) ist mir ein kleiner Irrtum mit unterlaufen, in sofern nämlich, als ich a. a. O. S. 3 sagte, daß in der Geschichte der spanischen und portugiestschen Juden der einzige Fall in der Weltgeschichte vorliege, in dem es einem Volke gelungen sei, die Juden, nachdem sie sich eingenistet hatten, wieder abzuschütteln, und zwar vollständig. Diesen Irrtum will ich im Folgenden berichtigen. In England hat sich derselbe Fall abgespielt, und das kam so. Die Juden hatten in England zwar schon frühzeitig hohe Abgaben für die Erlaubnis zu ihrem Aufenthalt im Lande zu zahlen, — so z. B. mußten sie um die Mitte des 12. Jahrhunderts innerhalb 7 Jahren nicht weniger als 8^ Millionen Mark nach unserem Gelde steuern — aber im übrigen durften sie bis zur Zeit der Kreuzzüge ziemlich ungestört auch in diesem Lande ihrem „Handwerk" nachgehen. Schließlich jedoch trieben sie ihren Schacher und Wucher derartig, daß sie unter der Regierung König Richards I. Loewenherz (1189—1199) und Johanns ohne Land <1199—1216) bedeutenden „Verfolgungen" ausgesetzt waren. Zunächst zwar ging es ihnen unter Richard I. recht gut. Zum Krönungsmahle dieses Königs hatten sich auch die Vornehmsten der Juden als Ueberbringer reicher Geschenke ihrer Glaubensgenossen zu drängen verstanden, um den König zu sehen und ihre Gaben zu überreichen. Da jedoch ein ausdrückliches Gebot erlassen war, daß weder Juden noch Weiber sich dem Könige bei der Krönung nahen sollten, so hielten sich die Wachen für berechtigt, jene mit Gewalt zu entfernen. Bei dem entstehenden Gedränge sollen dann einige Juden umgekommen sein, zumal das draußen stehende Volk eine drohende Haltung annahm. Die Kunde davon verbreitete sich rasch und in der Stadt geschahen hier und da Angriffe gegen das wegen seines Wuchers und seines protzig zur Schau getragenen Reichtums verhaßte Volk, die bis zur Plünderung einzelner Judenhäuser ausarteten. Man hielt es indessen von obrigkeitswegen für klüger, der Sache keine große Bedeutung beizulegen und keine strengeren Strafen zu verhängen. Aber dem Vorgehen der Hauptstadt schlossen sich vereinzelt im Lande gleiche Vorgänge an. Der König erließ daher strenge Verordnungen zum Schutze des jüdischen Eigentums, die aber wenig fruchteten. Bald ahmte man überall das Beispiel der Hauptstadt nach, was zur Folge hatte, daß manche Juden auch hier wie anderswo zum Christentum übertraten. Solche Aufstände des gedrückten und bewucherten Volkes fanden z. B. im Februar 1190 in Norwich, im März in Stamford während des Jahrmarktes und in Jork statt. Alle diese „Verfolgungen" hatten ausschließlich den Wucher der Juden zur Ursache, der ihnen überall im Lande zur Last gelegt wurde. Sie trieben nämlich dieses an sich schon verhaßte Gewerbe mit möglichster Härte, oft sogar mit Raub und Erpreffungen. Nach glaubwürdigen Berichten (z. B. David Hume, Geschichte

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