Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1901
- Issue
- Beiträge zu einer Geschichte der Juden in Spanien und Portugal.
- Date
- 1901-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Beiträge fit einer Geschichte der Inden in Kpanien nnd Portugal. Vom Oberlehrer Bensemer-Thorn. Einleitung. Fast alle Darstellungen der Geschichte der Juden in den verschiedenen Ländern mnd Staaten stammen entweder von jüdischen oder wenigstens von philosemitisch beeinflußten Schriftstellern. Erklärlicherweise sind unter solchen Umständen nach ihren Berichten die Juden überall die reinen Unschuldslämmer *), die unter dem Hasse und religiösen, von nichtswürdigen Priestern geschürten Fanatismus der 'Christen furchtbar zu leiden haben; alle „Verfolgungen", deren sie ja nicht wenige, And zwar überall, zu bestehen hatten, sind nach diesen Berichten nur der Ausfluß lener den Christen als ganz selbstverständlich beigelegten Eigenschaften.-) Daß jüdische Schriftsteller so darstellen, ist, wie gesagt, erklärlich; sie hüten sich Wohliweislich, die ihnen wohlbekannten jüdischen Eigenschaften und Charaktereigentümlichketten, die die Hauptschuld an den „Verfolgungen" der Juden tragen, zu betonen oder überhaupt nur zuzugeben. Daß aber christliche Geschichtschreibers ihrer Darfftellungsweise völlig kritiklos folgen, kann man nur erklären aus ihrem völlig unzureichenden Vermögen, Geschichte überhaupt darzüstellen. Denn die erste, an einen -ernsthaften Geschichtschreiber zu stellende Forderung ist doch die, daß er nach ausreichenden Gründen für die sich abspielenden Ereignisse forscht. Das thut aber fast ckeiner von den Darstellern jüdischer Geschichte, und wo es einmal vorkommt, da geschieht es an so versteckter Stelle oder so nebenbei, daß man dem Betreffenden anmerkt, wie unangenehm ihm ein solches notgedrungenes Zugeständnis ist. Für diese Darsteller gilt meist als unanfechtbare Thatsache, daß die Christen aller Länder und Zeiten so arg und verrottet gewesen find und sich von ihren fanatischen Priestern haben aufhetzen lassen, ihren Haß an Andersgläubigen, in erster Linie an dem „auserwählten Volke", den unschuldigen Juden, ohne jeden ersichtlichen Grund auszulaffen. 1) „Die Unschuldigsten der Menschen" — sagt Graetz Bd. 6, S. 206. Im Gegensätze dazu nennt er die germanischen Völker der Völkerwanderung „Horden". 2) „In Wirklichkeit ist die Judenfrage zu keiner Zeit und in keinem Lande ein Religionskampf Lewesen; immer und überall handelt e^ sich um wirtschaftliche Zerstörung und sittliche Verderbnis." --Ed. Drumont, La derniere bataille. — „Die Kirche hat die Juden im Zaum gehalten, sie als fremde Menschen behandelt, aber sie vor Verfolgung geschützt. Jede anscheinend „kirchliche" Verfolgung wurzelt in Wahrheit in unerträglich gewordenen ökonomischen Zuständen; nirgends sieht man das deutlicher als in Spanien." Chamber- Iain S. 340. 3) Rabbi David Gans sagt in Zem. David Seite 169: „Nos coetns sanctus Israelis non cre- •diraus historicis, qui non sunt e filiis Israelis“, zu deutsch: „Wir, das heilige Volk Israel, glauben Leinen Geschichtschreibern, die nicht Juden sind." (!) — 1