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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Aus der Statistik. · p. Seite 205

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Aus der Statistik.
Date
1900-01-01
Page
Seite 205 (sequence 22)
Language
German
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205 anderen Punkte Deutschlands. *) Wie man steht, steigen die Zahlen, mit denen die Juden in den einzelnen Berufen unserer Tafel vertreten stnd, meist bis zum zwanzigfachen, ja dreißigfachen des Solls. — Es ist übrigens bekannt, wie viel jüdische Einwohner Berlin 1895 hattet) Was uns die amtliche Statistik für das Reich verschweigt, das beantwortet uns wenigstens die Kommunalstatistik der Stadt Berlin für ihren Bereich. Bei der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 wurden in Berlin gezählt 1 591 152 Deutsche und 86 152 Juden. Hätte ich die Zahlen in Spalte 7, die angeben, wie viel Juden gezählt worden sein dürften, unter Zugrundelegung des Bevölkerungsverhältnisses, wie es in Berlin besteht, berechnet, so würden sie ungefähr fünfmal so groß ausgefallen sein. Auch dann noch würde also bei allen in der Tafel aufgeführten Berufsarten bei den Juden das Soll um das Doppelte und noch stärker überschritten worden sein. Beispielsweise haben wir im Warenhandel 4758 Juden statt 1079, die nach dem Berliner Bevölkerungsverhältnis hätten gezählt werden dürfen, im Geld- und Kredithandel 431 statt 19, in der Handelsvermittlung 1952 statt 158, in der chemischen Industrie 91 statt 22. Als besonders stark verjudet fallen in unserer Tafel die folgenden Berufsarten in die Augen: Waren- und Produktenhandel, Ln dem auf 4 Deutsche fast 1 Jude kommt, Handelsvermittlung, in der auf 2 deutsche Makler, Kommissionäre und Agenten mehr wie 1 Jude kommt, ferner das Gebiet der Gesundheitspflege, in dem auf 3 Deutsche fast 2 Juden kommen (Verjudung des ärztlichen Standes- und ganz besonders der Geld- und Kredithaudel, da es bereits mehr jüdische als deutsche Bankiers in Berlin giebt, 431 gegen 349.3) Zur Ergänzung der Tafel, so weit sie die Berliner Verhältnisse betrifft, mögen noch die folgenden Angaben dienen. Auf dem Gesamtgebiet der Industrie wurden 51 447 Deutsche und 3737 jüdische selbständige Gewerbetreibende gezählt statt 524, die es nach dem Verhältnis der Erwerbsthätigen im ganzen Reiche nur hätten sein dürfen. Auf dem Gesamtgebiete des Handels und Verkehrsgewerbe wurden 25 261 deutsche und 7747 jüdische Selbständige gezählt (statt 257). Von einzelnen Berufsarten, die in Berlin als verjudet ins Auge fallen, seien weiter noch aufgeführt: Die Textilindustrie mit 1257 deutschen und 268 jüdischen Selbständigen (statt 13), den Buch-, Kunst- und Musikalienhandel mit 632 Deutschen gegen 131 Juden (statt 6); das Gewerbe der Versteigerung, Verleihung, Stellen- und Annoncenvermittlung und der Auskunftsbureaus mit 332 deutschen und 90 jüdischen (statt 3) Selbständigen; das Versicherungsgewerbe mit 429 deutschen und 98 (statt 4) jüdischen Selbständigen. Endlich finden wir unter den berufslosen Selbständigen (d. h. in der Hauptsache Rentiers) 25 783 deutsche und 2670 (statt 263) jüdische Selbständige. *) Wie der großstädtische und besonders der Berliner Verkehr das ganze Land beherrscht, wird» sehr anschaulich durch die Entwickelung unseres Fernsprechwesens gezeigt. Von 194800 Fernsprechanschlüssen, die 1899 im Betriebe waren, kamen 46 770 allein auf Berlin, Hamburg folgte mit 17 030. Diese beiden Städte mit Dresden, Frankfurt a. M., Leipzig und Köln besaßen im ganzen 91 060 Anschlüsse, d. h. fast die Hälfte aller vorhandenen. 2) Die Berliner Statistik über die Volkszählung von 1895 enthält auch sonst lehrreiche Angaben über die Juden, beispielsweise die, daß sich unter den 86 152 Berliner Juden nicht weniger als 9403- Ausländer befanden, während unter der übrigen Bevölkerung in der Stärke von 1591 152 Köpfen nur 17 700 Ausländer waren, d. h. unter den in Berlin lebenden Ausländern war jeder Dritte ein Jude, ein sprechender Beweis für die Vaterlandslosigkeit der Rasse. 3) Man vergleiche, was S. 192 über den Einfluß der Bankiers auf das weite Gebiet des Erwerbslebens, das von den Aktiengesellschaften eingenommen wird, gesagt worden ist.

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