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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Bund der Landwirte bei den Wahlen. · p. [Seite]

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Bund der Landwirte bei den Wahlen.
Date
1900-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Kund der Kaudurrrle der den Wahlen. Von O. H. Böckler. Vor mir liegt ein kleines graues Heftchen „Die politischen Erfolge des" Bundes der Landwirte", das mir ohne mein Zuthun zugesandt wurde; da auf dem Titelblatt angegeben ist „Verlag: Verkaufsstelle des Bundes der Landwirte, Berlin SW., Dessauer Str. 7", bin ich wohl berechtigt, es als eine amtliche Veröffentlichung des Bundes zu betrachten und anzunehmen, es stelle die Dinge so dar, wie der Bund wünscht, daß man sie ansehen soll. Das Büchlein enthält auf seinen 28 Seiten in Kleinoktav drei augenfällige Unterteile; der erste (S. 3—5) beschäftigt sich mit der seit der Thätigkeit des Bundes angeblich gebesserten Gesamtstellung der Landwirtschaft in der Gesetzgebung; der zweite (S. 5—21) mit den Erfolgen, die der Bund der Landwirte glaubt gehabt zu haben; und der dritte (S. 21—27) mit den „Erfolgen", die der Bund zugiebt, nicht gehabt zu haben, oder, wie es in der wohlgesetzten Sprache des Büchleins heißt, mit dem „vielen Nützlichen,. Wohlthätigen und- Notwendigen", das der Bund „angebahnt hat, ohne daß es ihm bisher möglich gewesen wäre, die seinem Wirken in dieser Richtung entgegenstehenden Widerstände völlig zu überwinden." Diese Dinge im dritten Teil gehören somit nicht eigentlich in den Rahmen unserer Betrachtung; da sie jedoch vom Bunde hier mit besprochen werden, wollen wir sie wenigstens streifen. Man bekommt, wenn man überblickt, was der Bund nicht durchgesetzt hat, am besten einen Maßstab für seine Erfolge und seinen Einfluß auf die Gesetzgebung. „Er hat gewirkt und ist eingetreten für einen Zoll auf das Quebracho- Holz. . . . Der Bund der Landwirte erstrebt ferner die Beseitigung der gemischten Transitläger (S. 22). . . . Eine ähnliche Einrichtung, die ebenfalls vom Bunde auf das Heftigste bekämpft wird, deren Beseitigung aber, obwohl sie im Interesse des heimischen Getreidebauers und namentlich auch der kleinen Müller liegt, ebenfalls noch nicht gelungen ist, sind die sog. Mühlenkonten" iS. 23).*) Daß der Bund diese Forderungen nicht durchgesetzt hat, wird man ihm an sich nicht zum Vorwurfe machen können; es scheint aber doch sehr fraglich, ob alle J) In dem Kampfe gegen die Mißstände bei der Mehlausfuhr und die damit verknüpfte Begünstigung, der Großmühlen ist inzwischen wenigstens ein Teilerfolg zu verzeichnen. Für den 8. Mai 99 war regierungsseitig eine Konferenz von Mühlenbesitzern, Landwirten und sonstigen Sachverständigen einberufen,, in der nach dreitägiger Verhandlung endlich Maßregeln zur Bemessung der Ausfuhrvergütung nach der Qualität des Mehles angenommen wurden, ein Erfolg, „mit dem die binnenländischen Mühlen und die- Landwirte einstweilen zufrieden sein können." („Deutscher Müller", Leipzig, 30. Juni 99.) Das neue Regulativ hat inzwischen eine Kommission des Reichstags beschäftigt. Es muß hierbei ausdrücklich festgestellt werden, daß der Vater dieses Vorschlages der bekannte Leipziger Antisemit Theodor Fritsch ist, der als Redakteur und Herausgeber der Blätter „Deutscher Müller" und „Der Müllerbund" überhaupt: als derjenige zu bezeichnen ist, der die gesamte Bewegung gegen die ungerechte Begünstigung d.er Export?- Mühlen usw. ins Leben gerufen hat und aufs entschiedenste vertritt..

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