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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Die Freisinnigen im Wahlkampf. · p. Seite 85

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Die Freisinnigen im Wahlkampf.
Date
1900-01-01
Page
Seite 85 (sequence 19)
Language
German
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85 — dne Verwirrung in deu Köpfen feiner Parteigänger entsteht, davon giebt die Haltung eines Teils der Freifinnigen im Kreis Apenrade-FLensburg ein geradezu -erschreckendes Bild. Zum ersten Wahlgange schreibt die freisinnige „Kieler Ztg.": „Der Zuwachs der dänischen Stimmen im hiesigen Wahlkreise um 169 Stimmen ist wohl in erster Linie darauf zurückzuführen, daß nicht wie in früheren Jahren der sogenannte Repräsentant Nordschleswigs, Gustav Johannsen, in allen drei Wahlkreisen als gemeinsamer Kandidat aufgestellt wurde, sondern daß in der Person des Hofbesitzers Wolff-Gammelgab ein auch bei den Gegnern beliebter und angesehener Mann gefunden wurde, dessen antiagrarisches und freisinniges Programm wohl auch einige deutschgesinnte Wählers veranlaßt hat, ihm ihre Stimme zu geben." Es hat demnach ein Teil der Freisinnigen zugestandenermaßen gleich im ersten .Wahlgange für den Dänen gestimmt,, damit dieser und nicht der Antisemit Raab in die Stichwahl kommen sollte, was allerdings mißglückte. Wie die Herren nun bei der Stichwahl verfuhren, darüber berichtet die „Flensburger Nordd. Zeitung" <26. Juni): „Die dänische Partei hat sich der von ihren Führern ausgegebenen Parole gemäß an der Stichwahl nicht beteiligt, ein gleiches Verhalten hat sie bei früheren Stichwahlen gezeigt. Auch ein Teil der Freisinnigen hat nicht gewählt, ein anderer Teil hat aber für den Sozialdemokraten gestimmt und dazu beigetragen, daß derselbe gegenüber der Hauptwahl einen Zuwachs von 1435 Stimmen erhalten hat, allein in der Stadt Flensburg 823 mehr als am 16. Juni, wo 2934 Stimmen auf ihn fielen, die sich gestern auf 3757 steigerten. Da die sozialdemokratische Partei, wie überall, so auch hier, schon bei der Hauptwahl die größten Anstrengungen machte, so hat sie gestern aus ihrem eigenen Lager keine nennenswerten Reserven mehr.heranzuziehen vermocht." Also im ersten Wahlgange für den Dänen, im .zweiten für den Sozialdemokraten! Und solche Leute glaubt die freisinnige „Kieler Ztg." noch als „deutschgesinnt" bezeichnen zu dürfen! Nun wird vielleicht manchem klar werden, weshalb die Partei vor ihrem Zusammenbruch die „D e u t s ch " - f r e i s i n n i g e hieß. V Sinnt.: Man beachte, wie hier der Unterschied zwischen Deutschen und Dänen lediglich als 'eine Sache der „Gesinnung" hingestellt wird, nicht als eine des Volkstums; genau ebenso wie man im .Juden nicht den Angehörigen einer fremden Rasse, sondern nur den einer andern „Konfession" sehen will

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