Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Juden in Deutschland II.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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33 Die „Germania" bemerkt dazu: „Wie kann ein.Politisches Blatt, das in seinen Spalten das Wort „Toleranz" so gern im Munde führt, es dulden, daß in seiner Beilage das christliche Gefühlen einer so gemeinen Weise verhöhnt wird? .... Wenigstens bliebe doch Herrn Moste übrig, .... nachträglich sein Bedauern über eine dem christlichen Gefühl zugesügte Verunglimpfung auszusprechen. Wir stellen fest, daß das nicht geschehen ist." (Tägl. Rundsch. 26. 9. 99.) Im Gegenteil-, der „Ulk" verhöhnte die „Germania" wegen ihres gerechten Zornes durch ein neues geschmackloses und unverschämtes Gedicht. Die Antwort der Germania blieb nicht aus: „Für die Züchtigung frecher Judenflegel sei die Hundepeitsche das passende Züchtigungsmittel. . . . Einer solchen jüdischen Frechheit gegenüber werde sie nun erst recht die Wahrheit sagen." (Tägl. Rundsch. 3. 10. 99.) Schade uur, daß der Antisemitismus der „Germania" immer so schnell verraucht. Dem „Berl. Tagebl." und „Ulk" reiht sich der „Berliner Börsen-Courier^ ebenbürtig an. Er fingierte einst einen Maler, der ein Bild vom 12jährigen Jesus im Tempel ausgestellt habe und deshalb angeklagt worden sei. Das Bild wird also beschrieben: „Es stellt einen jüdischen Jsraelitenknabeu mosaischen Antlitzes in einem weißen, nicht ganz reinlichen Kittel dar. Selbiger Jsraelitenknabe hat rotes Haar und wahrscheinlich Sommersprossen. Darüber, ob er schielt, find die Ansichten geteilt. Besagter mosaischer Jsraelitenknabe scheint mehreren älteren Gentlemen von mehr hebräischem als respektabeln Aeutzeren irgend etwas zu erklären . . . Seine Beschäftigung auf dem Bilde ist ersichtlich die, den alten Gentlemen zu erklären, aus welche Art er, der kleine Tausendsassa mit den roten Haaren, einen Profit zu machen gedenke . . . Christus ist der Derselbe „Berliner Börsen-Courier" schrieb zu Ostern 1892 folgende Festbetrachtung: „Jeder solide Zeitungsleser, der sein Abonnement richtig bezahlt, hat ein begründetes Anrecht darauf, heute von seinem Leibblatt in möglichst geistvoller Form darauf aufmerksam gemacht zu werden, daß Ostern gekommen und der Winter dahingeschieden ist. Auch wir sind unseren Lesern einen neuen Dacapo-Vers zum alten feuilletonistischen Kouplet vom Auferstehungs- und Frühlin gsfest schul dig. (Neue deutsche Zeitung 24. 4. 92-! Zum Pfingstfest schrieb dasselbe Blatt aus Anlaß des Umstandes, daß am 1. Feiertage Tanzvergnügen und laute Lustbarkeiten verboten sind, folgendes: „Düsterer Ernst, Kasteiung und Selbstbetrachtung sollen allerorten herrschen. Warum wurde den Straßenjungen zum Heil ihrer Seele nicht befohlen, auf dem Kalmus nur Requiems und Bußpsalmen zu piepen?" Im November 1893 las man in der „Posener Zeitung" (Nr. 800): „Nach der Menge der noch erhaltenen echten Gewänder des Heilandes zu urteilen, hat sich dieser am Tage seiner Hinrichtung besonders warm angezogen." Mag man über die Verehrung der heiligen Gewänder denken, wie man will, ein jeder Christ wird den schamlosen Spott dieses Judenblattes aufs schärfste verurteilen. (Staatsbürger-Zeitung, 25. 11. 93). Zum Schluffe das „Kleine Journal". In seinem Osterartikel vom Jahre 92 erlaubt sich dieses jüdische Blättchen folgende Verhöhnung des christlichen Glaubens: Sohn Josephs ... er \)t also ein jüdischer Knabe gewesen. Da wir modernen Menschen an* Wunder nicht glauben, kann ich mir nicht helfen, er wird jüdisch ausgesehen haben. Jüdische Kinder haben häufig rote Haare. Warum soll Christus nicht rote Haare gehabt haben? Jüdische Kinder mauscheln häufig mit den Händen, warum soll Christus, als er im Tempel mit den Priestern sprach — die doch auch gewiß die Hände nicht still gehalten haben, nicht mit den vorderen Extremitäten gemauschelt haben." (Staatsb.-Ztg., um Ostern 1897.)