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Antisemitisches Jahrbuch für ... · 1900-01-01 · Der Zionismus · p. [Seite]

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Journal
Antisemitisches Jahrbuch für ...
Volume
1900
Issue
Der Zionismus
Date
1900-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Der Zionismus historisch 'betrachtet von C. Krollmann. Kein Ausspruch erscheint dem geschichtlich denkenden Menschen weniger zutreffend, als Ben-Akiba-Gutzkows: „Alles ist schon dagewesen". In der Geschichte giebt -es keine Wiederholung. Schon der Umstand, daß der Träger alles geschichtlichen -Geschehens, das Menschenmaterial nicht nur von Generation zu Generation, sondern man kann kühnlich sagen, von Tag zu Tag wechselt, verbietet es von vornherein, die Möglichkeit der Wiederkehr gleicher oder auch nur ähnlicher Ereignisse zu erwarten. Deshalb lernen die Völker auch nichts aus der Geschichte. Sollen wir es darum aber aufgeben uns mit der Vergangenheit zu beschäftigen und aus ihr Schlüsse zu ziehen? Das wäre grade, als wollten wir es >aufgeben, unsere Kinder zu erziehen, weil ohne Zweifel das Erbteil, welches in -dem von Eltern und Voreltern überkommenden Blute steckt, jeden möglichen Einfluß der Erziehung überwiegt. Nun, wir erziehen unsere Kinder, und wir Pflegen die Geschichtswissenschaft und mögen die Hoffnung nicht aufgeben, daß so oder so doch ^in Nutzen daraus erwächst. In diesem Sinne wünschen wir auch die nachfolgende historische Betrachtung -verstanden zu sehen. Als Gobineau sein großes Werk: „Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen" schrieb, waren die Gebildeten noch tief in Rousseauschen und Hegelschen Ideen befangen, der „Mensch an sich" spukte noch in allen Köpfen. Daher verhallte -der Ruf des Propheten ungehört. Heute ist es etwas anders geworden. Zwar die „offiziellen" Gelehrten und auch die „offiziellen Vertreter" des Staates mögen die -Ungleichheit der Rassen, so hart sie sich auch im Raume geltend macht, immer noch nicht anerkennen. Die Aermsten dürfen nicht! Der denkende Teil der Kulturmenschheit indessen hat sich das Brett von der Stirne genommen und sucht es auch -anderen herunterzureißen. Das nennt man Antisemitismus. Dem Antisemiten also braucht man das Vorhandensein gewaltiger Unterschiede zwischen den einzelnen Menschenrassen nicht mehr zu predigen, für ihn ist -das eine feststehende Thatsache. Darnach zu fragen, woher diese Unterschiede fftammen, ob die gesamte Menschheit einen gemeinsamen Ursprung hat, und welche Ursachen dann das Entstehen der Rassenunterschiede veranlaßt haben, das ist Sache -der Gelehrten. Die Menschheit im allgemeinen hat sich nur darnach zu fragen: .„Wie finden wir uns mit der gegebenen Thatsache ab?" An und für sich könnte ihr ja auch diese Thatsache vollkommen gleichgültig sein, aber es liegt in der menschlichen Natur der unausrottbare Trieb, nach bestimmten Zielen zu streben, nach Zielen, die dem Einzelnen und der Gesamtheit das Leben erst lebenswert erscheinen lassen sollen. Diese Ziele aber können wir uns nicht nach freiem Belieben erdenken And aufstellen, sondern wir folgen bei ihrer Wahl gewissen unverbrüchlichen Gesetzen, welche unser Denken und Handeln in ganz bestimmte Bahnen lenken. Diese Gesetze

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