Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Journal
- Antisemitisches Jahrbuch für ...
- Volume
- 1900
- Issue
- Die Entstehung des Juden.
- Date
- 1900-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Mosaische Religion schon unendlich lange vor Moses bestanden hat, d. h. ihrem Kern nach, der in den Opfer- und Ritualvorschriften und den sanitären Maßregeln zu suchen ist. Im Wust des Leviticus stecken vielleicht große Geheimnisse, die sich eben auf Rassenbluterhaltung beziehen? Den Worten liegt wohl ein uns geheimer Sinn unter. Diesen Kern mag Mose umwunden haben mit ägyptischer Sittenlehre und germanisch-keltischen Sozialvorschriften, die den Israeliten geläufig waren, als: periodischer Schulderlaß und Erschwerung der Veräußerung von Grundbesitz (Näherrecht). Praktisch wurde beim Hebräer weder das eine noch das andere, aber — er ließ sich die Sache gefallen. Die Thora bekam dadurch eine menschlichere Färbung. Osarsiph-Mesu (zu deutsch Prinz Joseph) war ein Faustus, der seinen Mephisto fand. Jedenfalls war er aber längst „der erste nicht". Vielleicht haben wir somit in den Ritualvorschristen der Thora ein Stück von dem wirklichen Wesen des Juden, nur — es muß sehr herausgeschält werden. Ist hier aber etwas sein geistiges Eigentum, so muß es unendlich alt sein. Die verderbliche Wirkung des Juden auf arisches Volksleben ist jedenfalls zu Mosis Zeiten bereits eine vieltausendjährige, und sie konnte als solche nur ausgehen — von einer fest konsolidierten Rasse. Die Rassekraft ist thatsächlich die einzige Waffe des Juden, darin stimmen Chamberlain und ich überein. - Aber — diese Waffe kann nicht in so kurzer und so später Zeit geschmiedet sein, wie Chamberlain annimmt. Nach meinen Begriffen ist die jüdische Rasse prähistorisch. Daß sie von einem untergegangenen Kontinent stammt, scheint mir nicht undenkbar. Gerade deswegen ist mir Chamberlains Darstellung so interessant und wichtig, weil er alles herbeigesucht hat, was sich an Momenten in der Weltgeschichte findet, um die Entstehung des Juden kurz vor Christus nachzuweisen. Wenn er nicht um die Zeit als Rasse entstanden ist, dann giebt es für die nächsten 2—3 Jahrtausende zurück absolut — nach Chamberlain — keine historische Situation, aus der er hätte entspringen können. Ist nun die Chamberlain'sche Darstellung von der Entstehung des Juden unter der Priesterherrschaft nach Esra und Nehemia unhaltbar — was sie zweifellos ist — so bin ich befugt, gerade hier Chamberlain als Kronzeugen für die prähistorische Entstehung des Juden in Anspruch zu nehmen. — Es ist wahrscheinlich, daß sein Ursprung mystisch bleiben wird. Allerdings ist uns die Kulturwelt am Euphrat bis sieben Jahrtausende zurück aufgehellt, so daß wir jene uralten Zeiten besser kennen, als viele spätere Perioden. Vielleicht erfahren wir noch unendlich viel mehr aus dem Schoß der Erde. Aber — das Bild des Juden scheint nicht hervortreten zu wollen. Wie schon zu Anfang unserer Darstellung bemerkt: ihm fehlt das äußerlich hervortretende Eigenartige so sehr, daß es den Menschen lange schwer fiel, über ihn zu berichten. Es ist also möglich, daß das Dunkel, welches über seiner Entstehung lagert, nie aufgeklärt werden wird. Nicht aus seiner Entstehung, aus seinem Wesen, aus der Art seines Auftretens werden wir ihn zu beurteilen haben. Aber hier wird das eine immer mehr als festgestellt zu betrachten sein, daß er sich in seelischer Beziehung ewig gleich und unveränderlich bleibt. Wir wären einen großen Schritt weiter, wenn sich dieser Satz in der Ueberzeugung der europäischen Völker einwurzeln könnte. Daß Chamberlain in dieser Beziehung kräftig vorgearbeitet hat, das sei ihm als großes Verdienst angerechnet.