Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5670/1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 177)
- Language
- German
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Diese Stunde Erstehen gewaltig die herrlichen Riesen, Plötzlidi — erhebt sich das Heldengeschlecht, die Kämpfer der Schlacht Blitz ihr Auge, ihr Antlitz Flamme, die Hand an dem Schwerte, Sechzig Myriaden erheben im Donner die Stimme, Die den Sturm zerreißt und das Schnauben der Wüste zerschneidet. Mitten im Sturme, mitten im Wüten Rufen sie: »Wir sind die Helden! Der Knechtschaft letztes Geschlecht, das erste Geschlecht der Befreiung Unsere Arme Brachen das Joch von den Schultern entzwei! Wir erhoben zum Himmel das Haupt, er war uns zu enge, Flohen zur Wüste und nannten die Einsame »Mutter«, Ober den Häuptern der Felsen, zwischen getürmten Wolken Tranken wir Freiheit am Qell mit den Adlern des Himmels. Wer ist unser Herr? Jetzt noch, zwang uns der Rache Gott in den Kerker der Wüste, Wachen wir auf, berührt von dem machtvollen Sang der Empörung. Schwerter und Spieße ergreift! Sammelt euch, tretet zu Scharen Wider des Himmels Zorn! J Auf laßt uns steigen Im Sturm! Und wenn uns ein Gott die Hilfe verwehrt hat, Steigen wir ohne ihn! Vor seinem grollenden Auge, dem Blitz der zürnenden Blicke Schreiten wir, Bergesmassen vor uns. Kämpfen trotz dem gewaffneten Feind! Hört! »Mut!« ruft der Sturm uns zu. Schwerter und Spieße ergreift! Daß Gipfel und Höhen zerschmettern! Oder es fallen unsere Leichen zuhauf! Auf laßt uns steigen Berge empor!« Jäh erfüllt jetzt die Wüste ein schaudernd wildestes Toben Unstillbar! Starres Entsetzen heult durch den Sturm und ein Stöhnen im Echo. Und im Innern preßt sie ein grenzenloses, Grausames Weh! —- Dann vergeht der Sturm. Die Wüste wird ruhig, gereinigt.