Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5670/1910
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 143)
- Language
- German
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sozialistischen Kräfte erreicht werden kann. Die „Erkämpfung" — das mag wohl sonderbar klingen, und doch ist dem so: das elementare Recht der autonomen Organisation, welches den Proletariern der übrigen Nationen ohneweiters gewährt wird, muß der jüdische Sozialismus sich erst in hartem Kampfe mit den in der Internationale so stark vertretenen assimilierten und baldassimilierten „Volksgenossen" der verschiedensten Zungen erringen. In bezug auf die nationalen Bedürfnisse des jüdischen Volkes in den Ländern der Diaspora könnte die Forderung des möglichen Maximums national-autonomer Rechte für das jüdische Volk, der Etappe auf seinem Wege zur gänzlichen nationalen Entfesselung, die Plattform für die Vereinigung der sozialistisch-territorialistischen Kräfte bilden. Während einerseits die „Zionisten- Sozialisten" immer mehr ihre Aktivität auch den Fragen der „Golustatigkeit" zuwenden, anerkennen in letzter Zeit anderseits auch die „Seimisten" die Notwendigkeit, schon gegenwärtig zur Organisierung der jüdischen Wanderung in der Richtung ihrer territorialen Konzentration zu schreiten, ohne die Erlangung der nationalen Autonomie der Juden in der Diaspora abzuwarten. Kurzum, alles spricht dafür, daß die Vereinigung der sozialistisch-territorialistischen Kräfte nunmehr eine Frage der nächsten Zukunft ist. Und wenn seine Reihen eng geschlossen sein werden, wird das jüdische Proletariat mit verdoppelter Energie das wandermüde jüdische Volk — durch die nationale Befreiung vom Golusjoche — auf den Weg zur sozialen Freiheit führen. Aus dem Golus durch den Territorialismus — zum Sozialismus! H 127