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Jüdischer Almanach · 1910-01-01 · 5670/1910 · p. Seite 71

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Journal
Jüdischer Almanach
Volume
5670/1910
Date
1910-01-01
Page
Seite 71 (sequence 81)
Language
German
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höhere Disposition aufgibt, verringert, verliert. Ebenso mag es scheinen, daß die Nationen immer weiter und weiter vom Judentum sich entfernen. In Wahrheit jedoch verhält es sich anders: „Außerdem, Gott hat eine geheime und weise Absicht mit uns. Man könnte diese Absicht der Weisheit vergleichen, die sich in dem Wachstum eines in den Boden gesenkten Samens manifestiert. Dieser macht eine scheinbare Transformation in Erde, Wasser und Dünger durch, ohne eine dem Beobachter sichtbare Spur (seiner ursprünglichen Substanz) zu lassen. In Wahrheit jedoch ist es gerade der Same, der Erde und Wasser in seine eigene Substanz verwandelt, diese von Stufe zu Stufe fortentwickelnd, die Elemente läuternd und sich selbst assimilierend, abwerfend Hülsen, Blätter und dergleichen, so daß der Kern geläutert erscheint, fähig, ein Träger des Göttlichen zu werden (da ja jede Naturform der Vorläufer des Göttlichen ist). Es war also das dem ursprünglichen Samen innewohnende Formprinzip, das an dem Baume Früchte hervortrieb, welche jener gleichen, von welcher dieser Samen herkommt. Ebenso ist die Religion Moses': ein jeder, der ihr folgt, wird sich zu ihr schließlich in Aufrichtigkeit bekennen, mag er auch sonst dem abgeneigt erscheinen. Diese Nationen (Christen und Islamiten) folglich, sind gleichsam die Vorbereitung, die Vorläufer des erwarteten Messias, der den Fruchtgenuß darstellt, während sie alle (die Bekenner des Christentums und des Islams) als seine (die ihn erzeugende) Frucht sich herausstellen werden. Dann aber werden sie ihn anerkennen und der Baum wird eine Einheit darstellen. Dann werden sie aber auch die Wurzel hochschätzen, die sie früher verachtet haben" (IV. 23). BS IfTTfl 71

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