Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5668 = 1907/08
- Date
- 1907-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 200)
- Language
- German
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Ernst Edgar Reimer des Die “Nacht des Todes Berliner Geschichten Mk. 2.— broschiert, Mk. 3.— gebunden Deutsche Warte: In dieser Prosa offenbart sich ein starkes Talent, das sein Beobachten und Erkennen in fesselnder Weise zum Ausdruck zu bringen versteht. R. führt uns in seiner genialen Unmittelbarkeit das Berliner Leben vielgestaltig vor, freilich auch, indem die Sinnlichkeit stark angeregt wird. Ein Meisterstück in der Darstellung von Lebensdissonanzen: „Die Toten leben“. sm Eugenio Rignano Tos von der “Erbschaft! Ein Beitrag zur Lösung der sozialen Trage Aus dem Tranzösischen von Otto Südekum Mk. 1.— Mit unerbittlicher Logik und blendender Klarheit weist Rignano nach, dass weder Revolution noch Ökonomische Evolution in absehbarer Zeit die wirtschaftliche Lage der Proletarier im weitesten Sinne wesentlich verbessern könnten, sondern, dass einzig und allein eine Umgestaltung des Erbrechts, auf gesetzlichen Wegen eingeführt, zu diesem Ziele führen kann. Oswald Röder Michelangelo c=ia Ein Beitrag zur Tyenntnis seines Seelenlebens Mk. 2.50 Die Wage: Der Verfasser unterzieht in seine interessanten Schrift speziell das erotische Seelenleben des grossen Florentiners einer eingehenden Analyse und tritt darin, mehr als es andere Schriftsteller bisher getan, dem heiklen Problem der mannmännlichen Neigung, der Homosexualität, näher. Er tritt in seiner Schrift, bei voller Beherrschung der grossen Literatur über Michel-Angelo und seine Zeit, dieser bisher meist nur „gestreiften Frage“ mit vollem Rüstzeug entgegen. rm. w. v. Rümann “Psyche Tyrannos Novellen Mk. 2.60 Die Wage: Unendlich heikle und gefährliche Motive, wie: Blutschande, Lustmord, griechische Freundesliebe sind hier in wahrhaft künstlerischer und reiner Art zur Dichtung umgeschaffen. Niemals wird die Schranke des Schönen durchbrochen. Und selbst dann, wenn die Hüllen fallen müssen, umfliesst der dünne Schleier der Poesie die leuchtende Pracht der Glieder. Es bereitet mir eine wahrhafte Freude, sagen zu dürfen, dass der Verfasser, dessen Name mir bisher unbekannt war, ein starkes poetisches Talent besitzt und in diesem Werke ein wahrhaftes Kunstwerk geschaffen hat. Erich Sieburg Verlorene Spiele Drei Studien Mk. 2.— Der Samstag: Das Arthur Schnitzler zugeeignete, geschmackvoll ausgestattete Büchlein enthält drei als Einakter behandelte Studien „Irrtiimer“, „Die letzte Torheit“ und „Dämmerung“, welche psychische Probleme in anschaulicher Weise behandeln. Die gefällige Dialogform lässt dabei keine Trockenheit aufkommen, verleiht dem Ganzen vielmehr ein lebendiges Gepräge und erhöht die Wirksamkeit der Pointen. im Talk von Sonnenfels Wanderlieder ■ - - -- ■ - Mk. 1.— Münchener Neueste Nachrichten: Das vorliegende kleine Büchlein verdient Beachtung, denn es schlägt alle möglichen Töne an, so dass fast jedes für sich darin irgend etwas finden wird. Das Vorwiegen reimloser Poesie erscheint zudem als ein weiterer Vorzug. Clara Schelper Zwanzig Jahr und rotes Blut Mk. 2.— brosch., Mk. 3.— geb. Niedersachsen: Gleich neben diesen ernsten Gesängen greift meine Hand einen anderen Band Lyrik, der einen Frauennamen, Klara Schelper, trägt und einen Titel, der geradezu auffordert, sich in den Inhalt zu vertiefen: Zwanzig Jahr und rotes Blut. Nun, ihr zwanzig Jahre, ihr wisst gut, dass rotes Blut wild und stürmisch, süss und zärtlich und mit dem ganzen Zauber der Jugend sprechen kann, und doch sind es ernste Augen eines reifen Weibes, die uns da heraus anschauen und die Würde der Frau und der Mutterschaft findet auch Herzenstöne von ergreifender Innigkeit. Es liegt etwas Glutvolles und sinnlich Schönes in diesen Gedichten, die gewiss auch Verständnis bei denen finden werden, die, wenn auch nicht immer zwanzig Jahre, so doch rotes, warmes Blut haben, m "Richard Schmidt Geduld ■■ - ■■■--- - Roman Mk. 3.— Deutsche Tageszeitung: Ein freundliches, gutes Familienbuch im besten Sinne, redet vom lieben Gott, ohne pastoral, von Väter Sitten und Ehrbarkeit, ohne altväterlich, und von den sozialen Sorgen und Nöten der Zeit, ohne grün-jungenhaft zu werden, sondern wie ein wackerer deutscher Mann, der ernsthaft und eindringlich zu ruhig aufmerkenden und nachdenksamen Leuten redet. MODERNES VERLAGSBUREAU, Curt Wigand, BERLIN-LEIPZIG