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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1907-01-01 · 5668 = 1907/08 · p. Seite 157

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5668 = 1907/08
Date
1907-01-01
Page
Seite 157 (sequence 166)
Language
German
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hervorziehen. Dann den Ertrunkenen auf den Bauch legen, Kopf und Brust etwas tiefer, den einen Arm unter das Gesicht, damit er das Wasser herausgibt. Nun den Körper flach auf den Rücken legen, Kopff etwas erhöht und Schnupftabak in die Nase, den Schlund mit Federn kitzeln, Brust und Gesicht reiben, bespritzen, mit nassem Tuch schlagen. Wenn nichts hilft, künstliche Atmung Hervorrufen' durch Drücken des Brustkastens (siehe oben bei „Elektrischen Schlägen"). Zeigt sich wieder Atembewegnng, dann in trockene Decken hüllen, möglichst in warmes Bett, warme Steine auflegen, warmes Getränk einslößen. Erfrieren: Den Erfrorenen in geschlossenen kalten Raum bringen, nicht in warmen. Mit Schnee reiben oder mit kalten, nassen Tüchern, eiskaltes Wasserbad. Scharfe Riechmittel wie Salmiak anwenden, als innere Reizmittel kalten Wein oder Kaffee. Erstickung: Die Bewußtlosen an die frische Luft schaffen, aber mit Vorsicht, damit die Helfer nicht selbst unterliegen. Rücksichtslos Fenster und Türen einschlagen, um frische Lust zu schaffen. In den Brunnen steigen nur mit Tuch vor dem Mund, welches in Essigwasser oder Kalkwasser getaucht. Bewußtlosigkeit: Die einschnürenden Kleidungsstücke vom Halse entfernen. Frische Luft schaffen. Bei blassem Gesicht aus den Rücken legen, den Kopf niedrig. Bei gerötetem Gesicht den Kopf höher legen. Hitzfchlag: An kühlen Ort tragen, die Kleider öffnen, frische Luft zusächeln, mit kaltem Wasser begießen, viel Wasser einflößen. Vergiftung: Erbrechen erregen durch Reizung des Schlundes und Trinken von viel warmem Wasser, wenn Brechmittel nicht da, bis der Arzt kommt. Das Fortschaffen Verunglückter muß mit Vorsicht geschehen auf einer irgendwie hergestellten Bahre. Nur zwei. tragen die Bahre, der dritte sorgt für den Patienten und wechselt ab. Die Bahre in eine Linie mit dem Verunglückten stellen, ihn rückwärts aus dieBahre schieben. Die Träger nicht Schritt halten! Dann schwankt die Äahre. Mit ungleichem Fuß antreten, dann die Bewegung der Bahre gleichmäßig. Kurzen Schritt halten. Die Träger möglichst von gleicher Größe. Samariterregeln bei ansteckenden Krankbeiten. I Vorbeugung. 1. Um dich und deine Umgebung zu schützen, befleißige dich strengster Reinlichkeit. Kein anderes Vorbeugungsmittel als wiederholte Waschungen und Bäder. Besonders geboten, wenn ansteckende Krankheiten epidemisch auftreten. 2. Spüle den Mund recht fleißig aus, vor allem auch vor dem Schlafengehen. 3. Verhüte, daß Taschentücher und gebrauchte Wäschestücke von anderen oder für andere, insbesondere für Kinder, benutzt werden. 4. Sorge, daß die Luft in deiner Wohnung stets gehörig erneuert werde und daß in die Wohn- und Schlasräume genügend Sonnenlicht eindringen kann. 5. Bei Ansbruch von Epidemien sei mäßig und regele deine Lebensführung. U. verhalten bei ansteckenden Krankheiten im Hause. 6. Das Krankenzimmer werde nur von der pflegenden Person und dem Arzt betreten. Bei beschränkten Räumen beugt man einer Weiterverbreitung der Krankheit am sichersten vor, wenn man den Kranken in einem Krankenhaus unterbringt. 7. Alles, was mit dem Kranken in Berührung gekommen ist, werde, bevor es aus dem Zimmer herauskommt, desinfiziert. Insbesondere Wäsche und die Abgänge des Kranken (Stuhl, Auswnrs, Erbrochenes u. a.), vergleiche 11 und 13. 8. Die pflegende Person wasche sich jedesmal nach Hilfeleistungen bei dem Kranken oder nach Hantieren an seinem Lager die Hände zuerst mit Seife, dann in 1-proz. Lysollösnng oder 1 pro Mille Sublimatlösung (1 Sublimatbastille von 1 g auf 11 Wasser). Ganz unstatthaft und höchst gefährlich ist es, im Krankenzimmer zu essen oder zu trinken. Als Pflegeanzug dient am besten ein waschbarer Anzug, zum mindesten eine große waschbare Schürze. 9. Das Krankenzimmer werde täglich durch feuchtes Aufwischen (nicht Kehren) gereinigt- 10. Bekämpfe die Vorstellung, daß der Kranke nicht täglich mit warmen Wasser gereinigt und gewaschen werden müsse. Wäsche muß beim Wechseln vorgewärmt werden. 11. Die gebrauchte Wäsche ist für mehrere Stunden in ein im Krankenzimmer stehendes Gefäß (Waschbütte, Eimer) zu legen, in der sich eine 3-proz. Kaliseifenlösung (150 Teile Schmierseife aus zirka 5 1 Wasser) befinden muß. M. ve8infektion, lötung von Krankheitrkeimen. 12. Nach Beendigung der Krankheit muß der Kranke ein warmes Seifenbad nehmen oder wenigstens den Körper mit warmem Seifenwasser abwaschen. 13. Die gebrauchten Gegenstände und das Zimmer müssen gründlich desinfiziert werden. Was einer Siedehitze ausgesetzt und gekocht werden kann, wird hierdurch am 157

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