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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1907-01-01 · 5668 = 1907/08 · p. Seite 108

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5668 = 1907/08
Date
1907-01-01
Page
Seite 108 (sequence 117)
Language
German
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für die deutschen Juden die an der zur AJU. — sowie die Zugehörigkeit Grenzmark des traditionellen Verfolgungszum Judentum selbst, deren Bildnis sie bereiches wohnen, ist die Zugehörigkeit ist — eine Ehre und eine Pflicht. M. A. Klausner Geschäftsführer der Deutschen Conferenz-Gemeinschaft der Alliance Jsraelite Universelle. Die jüdische Bevölkerung in Lharlvttendurg ist in den letzten 20 Jahren enorm gewachsen; sie betrug im Jahre 1885 478 — 1,13 Pwz. der Gisamt-Bevölk. von 42371 1890 1475 — 1,92 „ „ „ „ 76859 1895 4687 3,54 „ „ „ „ 132377 1900 9701 — 5,12 „ „ „ „ 189305 1905 15881 =.6,95 „ „ „ „ 238704 Die Juden sind im Weichbilde der Stadt sehr ungleichmäßig verteilt; in den Arbeitervierteln Nonnendamm, Königsdamm, Martinikenfelde, Kalowswerder und Schloßviertel erreichen sie noch nicht 1 Proz. der Gesamtbevölkerung; sehr gering ist ihr Anteil auch in Westend (1,74 Proz.), dagegen hoch im Ostviertel mit 16, 91 Proz. und am Kurfürstendamm, dem vornehmsten Stadtteile, mit 18,01 Proz. Die statistischen Daten über die Bewegung der Bevölkerung in Charlottenburg im Jahre 1905, die wir dem 20. Heft der Charlottenburger Statistik (Charlottenburg 1907) entnehmen,^ beanspruchen deshalb besonderes Interesse, weil Charlottenburg die reichste deutsche Stadt ist und die durchschnittliche Wohlhabenheit der Charlottenburger Juden kaum in irgend einer anderen Großstadt erreicht oder übertroffen werden dürfte. Eheschließungen fanden statt zwisch. jüd. Mann und jüd- Frau . . . 107 zwisch. jüd. Mann und christl. Frau - . 10 zwisch. christl. Mann und jüd. Frau . . 9 zwisch. christl. oder dissident- Ehegatten . 2086 Es entfielen hiernach, wenn man die Mischehen je zur Hälfte den Christen und Juden zurechnet, Eheschließungen auf je 1000 Juden .... 7,36 auf je 1000 Christen . . 9,40 Die Mischehen sind, wie im benachbarten Berlin, sehr häufig; in den 11 Jahren von 1895—1905 wurden 649 rein jüdische Ehen, 102 Ehen zwisch. jüd. Mann und christl. Frau, 50 Ehen zwisch. christl. Mann und jüd. Frau geschlossen, so daß unter je 100 heiratenden jüdischen Männern 13,6 und unter je 100 heiratenden jüdischen Frauen 7,2 eine Mischehe eingehen. Geboren (lebend und tot) wurden im Jahre 1905 Kinder von jüd. Eltern . . -.197 von jüd. Vater und christl. Mutter... 9 von christl. Vater und jüd. Mutter... 13 sonst ehelich von christl. Eltern. 4300 unehelich von jüd. Mutter. 5 unehelich von christl. Mutter- - - - . . 593 Rechnet man die Kinder aus Mischehen je zur Hälfte den Juden und Christen, die unehelichen Kinder der Konfession der Mutter zu, so entfielen Geborene auf je 1000 Juden . . - 13,41 auf je 1000 Christen - - - 22,01 Die Geburtsrate ist also bei den Juden in Charlottenburg noch erheblich niedriger als ihre an sich schon sehr niedrige Geburtsziffer in Preußen (17,56), wie auch die Christen in Charlottenburg hinter der Geburtsrate der Christen in Preußen (33,47) beträchtlich zurückbleibeu. Daß für die Höhe der Geburtsrate der Wohlstand der Bevölkerung von entscheidendem Einflüsse ist, wird schlagend dadurch bewiesen, daß im Durchschnitt der Jahre 1904—1905 für das von der wohlhabenden Bevölkerung bewohnte Ostviertel die Geburtsziffer 10,90, für den Stadtteil am Kurfürstendamm 12,10, für Westend 12,86, dagegen für das Schloßviertel 32,02 und das hauptsächlich von Arbeitern bewohnte Martinikenfelde 39, 48 betrug. Gestorben sind im Jahre 1906 180 Juden 11,33 pro Mille 2767 Christen —12,42 pro Mille. Die Sterbeziffer ist bei Juden und Christen außerordentlich niedrig und geringer als in irgend einer anderen deutschen Großstadt. Die natürliche Zunahme beträgt bei den Juden nur 2,08, bei den Christen dagegen 9,59 pro Mille. 108

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